Anleger-Akademie Devisenmarkt: Devisenspekulation: Das gewagte Spiel der Könige

Anleger-Akademie Devisenmarkt
Devisenspekulation: Das gewagte Spiel der Könige

Währungsspekulationen sind in den vergangenen Jahrzehnten zu einem beliebten Instrument der Investoren geworden. Lange Zeit blieben die Profis unter sich. Privatanleger hielten sich zurück. Galt doch die Spekulation mit Devisen als Königsdisziplin der Geldanlage. Denn wer mit Währungen Geld verdienen will, muss ständig informiert sein und sein Investment umschichten.
  • 0

FRANKFURT. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten wirbeln die Devisenkurse kräftig durcheinander. Der Euro etwa fiel in den vergangenen Wochen von seinem Hoch bei über 1,60 je Dollar zeitweise unter die 1,30-Dollar-Marke. Er erholte sich wieder, als die US-Notenbank den Leitzins drastisch senkte. So starke Schwankungen gab es seit Einführung des Euros noch nie.

Währungsspekulationen sind in den vergangenen Jahrzehnten zu einem beliebten Instrument der Investoren geworden. Tag für Tag schieben Devisenhändler durchschnittlich Währungen im Wert von 3,2 Bill. Dollar um die Welt.

Lange Zeit blieben die Profis unter sich. Privatanleger hielten sich zurück. Galt doch die Spekulation mit Devisen als Königsdisziplin der Geldanlage. Das Problem ist, dass die Entwicklung einzelner Währungen nur sehr schwer zu prognostizieren ist. Viele volkswirtschaftliche Kennziffern und politische Entscheidungen spielen dabei eine Rolle. Wer mit Währungen Geld verdienen will, muss ständig informiert sein und sein Investment umschichten. Kaufen und Liegenlassen, eine Strategie, die bei Aktien langfristig zum Erfolg führt, funktioniert auf dem Devisenmarkt nicht. "Kleinanleger werden von der Fülle der Informationen schnell überrollt", sagt Ulrich Leuchtmann, Devisenstratege bei der Commerzbank.

Die Wechselbeziehung mit Aktien- und Anleihemärkten ist sehr gering. Dass sich Währungen weitgehend unabhängig entwickeln, kann aber auch von Vorteil sein. Wenn die Kurse an den klassischen Märkten sinken, können Anleger auf Devisen ausweichen. Dadurch soll das Gesamtrisiko des Portfolios sinken.

Mittlerweile gibt es mehrere Instrumente, die lange den Profis vorbehalten waren, auch für Privatanleger. So setzen Anleger immer häufiger auf Zertifikate, die sogenannte Carry Trades nachahmen. Dabei werden Kredite in Ländern mit niedrigen Leitzinsen aufgenommen und das Geld in Hochzinsländern angelegt. Anleger profitieren von der Zinsdifferenz. Wenn alles gut läuft, steigt gleichzeitig der Kurs der Hochzinswährung gegenüber der niedrig verzinsten. Zusätzlich zum Zinsgewinn verbuchen Anleger dann noch Wechselkursgewinne. Ebenso schnell kann sich dieser Effekt jedoch gegen den Investor wenden.

Seite 1:

Devisenspekulation: Das gewagte Spiel der Könige

Seite 2:

Kommentare zu " Anleger-Akademie Devisenmarkt: Devisenspekulation: Das gewagte Spiel der Könige"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%