Anleger-Akademie
Ganz sicher nur wenig Rendite

Staatsanleihen und andere Zinspapiere sehr guter Bonität können Anleger bis zur Fälligkeit im Depot liegen lassen. Mögliche Kursverluste stören dann nicht. Etwas mehr Rendite als Bundesanleihen bieten die Anleihen der Bundesländer.

FRANKFURT. „Die spekulative Zinsblase ist inzwischen so groß, dass sie in den nächsten drei bis sechs Monaten platzen wird.“ Vor diesem Schreckensszenario warnte der damalige Vorstandschef der Hypo-Vereinsbank, Dieter Rampl, Anfang Oktober 2004 am Rande der Tagung des Internationalen Währungsfonds in Washington.

Doch es kam anders. Damals lag die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe bei etwas über vier Prozent und damit auf demselben Niveau wie heute. Bis zum September vergangenen Jahres stieg der Kurs der Anleihe deutlich, und im Gegenzug fiel die zehnjährige Bund-Rendite bis auf drei Prozent. So niedrige Renditen gab es bei deutschen Anleihen selbst im Kaiserreich nicht.

Seitdem hat sich das Blatt zwar wieder gewendet, aber die meisten Banken rechnen damit, dass die Renditen um das aktuelle Niveau pendeln werden. Auf Sicht von zwölf Monaten wird maximal ein Anstieg auf 4,50 Prozent prognostiziert. Die meisten Experten gehen aber davon aus, dass die Renditen nach einem zunächst nur noch leichten Anstieg im kommenden Herbst schon wieder etwas sinken. Denn dann könnten sich erste Bremsspuren in der globalen Konjunktur zeigen und ein Ende der Leitzinserhöhungen in den USA und im Euro-Raum absehbar werden. „Im Moment ist die Lage aber unsicher, und das Umfeld spricht noch nicht für fallende Renditen“, sagt Peter Sedlmeier, Portfoliostratege bei der Hypo-Vereinsbank (HVB). Deshalb stockt er in den Musterportfolios der HVB den Rentenanteil noch nicht auf.

Auslöser für die schon lange erwartete Wende an den Rentenmärkten weg von den ganz niedrigen Renditen war, dass sich erstmals seit vielen Jahren parallel eine Stärke der Volkswirtschaften in den USA, Europa und Japan zeigte. Gleichzeitig kamen – unter anderem durch die hohen Energiepreise – Ängste vor einem deutlicheren Inflationsanstieg auf. Zudem schloss sich im Dezember die Europäische Zentralbank (EZB) dem schon länger dauernden Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) an, und in Japan zeichnet sich ein Ende der Nullzinspolitik ab. Diese Faktoren zusammen lassen Fachleute von einem „schwierigen Umfeld“ für die Rentenmärkte sprechen.

Das ging auch an Rentenfonds nicht spurlos vorüber. Bis Ende Mai machten Fonds, die vor allem in Euro-Staatsanleihen investieren, nach Berechnungen des Fondsanalysehauses Feri Rating & Research im Schnitt Verluste von 2,2 Prozent. Bei Fonds, die vor allem auf lang laufende Euro-Staatsanleihen setzen, war der Verlust mit 4,2 Prozent noch höher. Fonds, die sich auf Kurzläufer konzentrieren, fuhren dagegen ein mageres Plus von 0,3 Prozent ein.

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