Anleger-Akademie
Heiße Anlegerwetten auf Kohle und Uran

Energierohstoffe sind derzeit nicht so angesagt wie andere Rohstoffe. Dabei gibt es auch bei Kohle, Gas und Uran interessante Titel. Die Rohstoffe kommen jedoch eher für Investoren in Frage, die etwas Neues, etwas Außergewöhnliches wagen wollen.
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FRANKFURT. Zugegeben, im Vergleich zu den boomenden Edelmetallen und Agrarrohstoffen führen Energierohstoffe ein Schattendasein. Blindlings zugreifen in der Hoffnung auf automatische Kursgewinne ist hier keinesfalls ratsam. Doch auch bei Gas, Kohle und Uran gibt es lohnende Investitionsmöglichkeiten, die noch nicht im Scheinwerferlicht der Börse stehen. Dazu zählen Aktien, aber auch Fonds, Zertifikate und Indexprodukte auf einzelne Rohstoffkörbe.

Auffällig ist, dass Analysten die drei Energielieferanten Kohle, Gas und Uran in ihrer künftigen Preisentwicklung höchst unterschiedlich einschätzen. Kohle trauen etwa die Experten von BNP Paribas auch im kommenden Jahr noch ein hohes Preisniveau zu. "Ein weiter verringertes Angebot kombiniert mit einem wachsenden Bedarf in China und Indien belassen den Kohlepreis auch in Zukunft auf aktuellem Stand", heißt es in einer Studie.

Einen allgemeinen Preis für Kohle gibt es nicht

Bei der Frage, wie hoch der Preis für Kohle ist, wird es für Anleger bereits schwierig. Den Preis an sich - vergleichbar mit dem Kurs einer Aktie - gibt es nämlich nicht. In Australien müssen derzeit und 90 US-Dollar je Tonne bezahlt werden, in Südafrika 100. Und der europäische Importpreis, der noch mit Transportkosten belegt ist, liegt bei 110 Dollar. In den USA hingegen kostete die Tonne zuletzt gerade einmal knapp 60 Dollar. Diese Unterschiede sollte der Anleger im Blick haben.

Eine Möglichkeit der Investition ist die in Aktien börsennotierter Kohleunternehmen. Aus deren Vielzahl haben die Analysten Paul Forward und George Panateogou vom US-Investmenthaus Stifel Nicolaus die Titel von Peabody, Consul, Massey und Arch Coal ausgewählt. Diese empfiehlt auch Brain Singer von Goldman Sachs, der die Liste noch um Alpha Natural Ressources und Patriot Coal ergänzt.

Pessimistischer sind die Preisaussichten für Gas. Laurent Key von Société Générale sieht im Moment ein Überangebot. Schuld ist das warme US-Wetter in diesem Jahr. "Wir erwarten deswegen einen weiteren Preisverfall", sagt er. Solch niedrige Preise, wie sie derzeit der Terminmarkt für die Wintermonate zeigt, gab es seit der Rezession im Jahr 2001 nicht mehr. Erst 2012 erwarten Keys Kollegen von BNP Paribas, dass das Überangebot abgebaut ist. Gas ist deshalb für Anleger nicht der Rohstoff, auf den sie setzen sollten. Lediglich europäische Energieversorger wie RWE, GDF Suez und EDP, bei denen Gas ein Teil des Geschäfts ist, werden von den Analysten von Unicredit zum Kauf empfohlen.

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