Anleger-Akademie
Kleine Beträge ganz groß

Die Idee ist nicht neu, besticht aber: Über Investmentfonds mit kleinen Sparbeträgen an der Produktivität der Wirtschaft teilhaben. Was in Großbritannien bereits zur Zeit der Industrialisierung aufkam, wurde in Deutschland vor einem guten halben Jahrhundert mit der ersten deutschen Fondsgesellschaft Adig begründet.

FRANKFURT. Inzwischen zählt das Deutsche Aktieninstitut 12,6 Millionen Fondsbesitzer; in den knapp viertausend so genannten Publikumsfonds für private Anleger sind eine gute halbe Billion Euro investiert.

Investmentfonds sind eine klassische Geldanlage für Privatanleger. Gegenüber einer Anlage in einzelnen Wertpapieren bieten sie eine Reihe von Vorteilen. Wer einen Fondsanteil kauft, nimmt an der Wertentwicklung eines Korbes aus vielen verschiedenen Wertpapieren teil. Damit reduziert er das Risiko von Verlusten oder sein Kapital ganz zu verlieren.

Ein Investor, der einen kleinen Betrag anlegt – Fonds gibt es bereits ab 50 Euro pro Anteil –, hat mit dem Fonds zudem die gleichen Ertragschancen wie jemand, der dort Millionen anlegt. Anleger müssen sich außerdem nicht intensiv um die laufende Anlage ihres Geldes und die Kontrolle der bisherigen Investments kümmern. Diese Aufgabe übernimmt der Fondsmanager für sie. „Wer sich nicht regelmäßig mit Aktiengesellschaften oder entfernten, undurchsichtigen Märkten beschäftigen möchte oder kann, für den sind Fonds ideal“, sagt Harald Norbisrath, Leiter Vertrieb Privatkunden bei der Frankfurter Sparkasse.

Wegen der Möglichkeit, kleine Beträge zu investieren, empfehlen Berater Fonds zum Ansparen von Kapital etwa für die Altersvorsorge, die Ausbildung der Kinder und andere Langfristziele. Der Staat fördert das Fondssparen unter bestimmten Voraussetzungen mit Zuschüssen im Rahmen der Vermögensbildenden Leistungen ebenso wie der Riester-Rente. Fondsgesellschaften bieten dafür spezielle Sparpläne an.

Wer über einen längeren Zeitraum einen bestimmten Betrag spart, dem kommen zwei Effekte zugute: Erstens der Zinseszinseffekt. Wer über Jahrzehnte spart und die Erträge immer wieder anlegt, profitiert von der laufenden Verzinsung der Erträge. Zweitens der Durchschnittskosteneffekt. Wer regelmäßig einen festen Betrag in Fonds steckt, „glättet“ damit die Kursschwankungen der im Fondsdepot befindlichen Papiere beziehungsweise die Preisschwankungen des Fonds.

Die Renditechancen von Fonds wiederum hängen ab von der jeweiligen Anlageausrichtung ab, die sehr vielfältig sind. Die wichtigste Gruppen sind Fonds, die ihr Geld entweder in Aktien oder in Anleihen und andere Zinspapiere investieren. Aktienfonds haben aktuell die Nase vorn mit rund 190 Mrd. Euro Fondsvermögen und über 1 000 verschiedenen Fonds; Rentenfonds folgen dicht dahinter mit einem Gesamtvermögen von 165 Mrd. Euro und knapp 800 Fonds. Neben dieser generellen Ausrichtung bieten Aktien- wie Rentenfonds zusätzlich eine extreme Vielfalt. So gibt es Länder-, Regionen-, Branchen-, Staatsanleihen, Emerging-Markets-, Hochzins- und Währungsfonds. Dazu kommen Mischfonds, die Aktien und Zinsanlagen kombinieren.

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