Anleger-Akademie
Wie Sie eine gute Anleihe erkennen

Zinspapiere gibt es in vielen Variationen. Besonders Unternehmensbonds sind bei Privatanlegern sehr beliebt. Zu viel riskieren sollten sie aber nicht, denn die Gewinnpotenziale sind bei Anleihen begrenzter als bei Aktien. Um gute Anleihen auszuwählen, sollten Anleger zehn Kriterien besonders im Auge behalten.
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FRANKFURT. "Teils wurden mehr als 20 Prozent der neuen Firmenbonds an Retail-Investoren verkauft und damit viel mehr als früher", sagt Kreditstratege Suki Mann von der Société Générale. Retail-Investoren sind Kreditinstitute oder Vermögensverwalter, die Anleihen kaufen, um sie an Privatanleger weiterzureichen. Bei Bonds gilt prinzipiell: Je höher die Rendite, desto höher das Risiko. Eine Einschätzung wie sicher die Schuldentilgung ist, liefern auch die Ratingagenturen Standard & Poor?s (S&P), und Fitch. Um gute Anleihen gemäß dem eigenen Risikoprofil auszuwählen, sollten Anleger zudem die folgenden zehn Kriterien besonders im Auge behalten. Zu viel riskieren sollten sie dabei aber nicht, denn die Gewinnpotenziale sind bei Anleihen begrenzter als bei Aktien.

1. Staatsanleihen der Industrienationen für Sicherheitsfans

Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt Anleihen von soliden Industrienationen. Wie bei allen Anleihen schwanken zwar die Kurse während der Laufzeit. Aber dass die Staaten mit einer soliden Wirtschaftskraft und hohen Arbeits- und Gewinneinkommen pleitegehen, ist sehr unwahrscheinlich. Im Euro-Raum können Anleger zudem davon ausgehen, dass andere Staaten den Ländern im Zweifelsfall beispringen. Entsprechende Signale gab es von Politikern und Notenbankern als Anfang des Jahres Zweifel an schwächeren Schuldnern im Euro-Raum aufkamen. Die Ratings aller Euro-Länder liegen im guten Investment-Grade.

2. Schwächere Länder, größere Risiken

Hinter Staatsanleihen aus Schwellenländern steckt ebenfalls die Wirtschaftskraft der Staaten. Die ist aber geringer als in den Industrienationen, deshalb sind Schwellenländer-Bonds unsicherer, bieten aber mehr Rendite als deutsche Bundesanleihen. Das gilt auch für Bonds aus Osteuropa. Zu beachten sind vor allem der Verschuldungsgrad, das Wirtschaftswachstum und die politische Stabilität.

3. Je größer, desto sicherer

Das gilt sowohl für Anleihen von Staaten als auch für die von Unternehmen. Große Staaten haben in der Regel eine größere Wirtschaftskraft. Große Konzerne sind breit aufgestellt und deshalb weniger anfällig für Schwankungen im Umfeld als kleinere Unternehmen. Außerdem haben die großen Konzerne oft günstigere Kostenstrukturen. Zudem gehen die Dickschiffe unter den Firmen nicht von heute auf morgen pleite, so dass Anleger zumindest noch Zeit haben auszusteigen, wenn sich die Lage der Konzerne massiv verschlechtert.

4. Transparenz ist Trumpf

Anleger sollten darauf achten, dass es möglichst viele Daten, Zahlen und Einschätzungen über den Schuldner gibt. Über Schwellenländer können sich Anleger oft schwieriger informieren als über Industrienationen. Unter den Unternehmen müssen börsennotierte Firmen mehr Daten veröffentlichen als nicht an der Börse gelistete und stehen zudem mehr im Fokus von Analysten und Medien.

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