Anlegerakademie
Kunst kennt keine Krise

In Kunst investieren ist angesagt. Der Vorteil bei dieser Art von Geldanlage: Eine hohe Wertentwicklung und ein guter Schutz des Geldes gegen eine mögliche Inflation. Werke mit hoher Qualität erzielen Höchstpreise. Aber: Spekulieren kann nur, wer auch das nötige Kleingeld zur Verfügung hat.
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FRANKFURT. Die Investitionen in Kunstwerke haben die Finanzkrise weitgehend schadlos überstanden. Die Preise, die derzeit auf internationalen Auktionen aufgerufen werden, können sich sehen lassen - vor allem die für Werke einiger zeitgenössischer Künstler. Sie sind so teuer wie nie zuvor. Neben der Wertenwicklung kann Kunst als Sachwert auch gegen eine mögliche Geldinflation schützen - ein gewichtiges Argument, gerade in diesen Zeiten. Doch Vorsicht, nur wenige Anleger verdienen mit Kunst wirklich Geld.

Spekulieren kann nämlich nur, wer über das entsprechende Kleingeld verfügt. Unter einer Mindestanlage von 100 000 Dollar lohnt sich der Einstieg in die Anlageklasse nicht. Umgerechnet sind das rund 66 000 Euro. Für viele Kunstliebhaber ist das für ein einzelnes Objekt zu viel - und als Geschenk zu Weihnachten allemal ein stolzer Preis. Für die meisten privaten Kunstsammler spielt aber die Wertentwicklung ihrer liebsten Stücke ohnehin keine Rolle. Für sie zählt nicht ausschließlich der materielle Wert, sondern vielmehr deren ästhetischer und ideeller Gewinn. Dennoch: Wer heute ein Werk eines aufstrebenden Künstlers kauft, kann in den kommenden fünf bis zehn Jahren mit bis zu zehn Prozent Rendite pro Jahr rechnen.

Die Finanzkrise hat dem Kunstmarkt nur einen kurzfristigen Dämpfer verpasst. Nach der Lehman-Pleite im September 2008 fielen zwar auch die Kunstpreise innerhalb weniger Monate um knapp ein Viertel; umjubelte Künstler, wie beispielsweise der Zeitgenosse Damien Hirst, mussten den Preis ihrer Werke durch Stützungskäufe sogar selbst hochhalten. Für Werke mit hoher Qualität werden jedoch trotz Finanzkrise weiterhin Höchstpreise bezahlt: "Die erzielten Preise auf internationalen Kunstauktionen sind erstaunlich hoch", sagt Andreas Rumbler, Deutschland-Chef des Auktionshauses Christie's.

Abgenommen hat seit Ende 2008 nur das Handelsvolumen. Der Auktionshandel muss seit rund einem Jahr einen markanten Umsatzrückgang verkraften: "Es ist jetzt weniger Ware im Umlauf", sagt Rumbler. Aber das geschrumpfte Angebot trifft auf eine höhere Nachfrage - und das wiederum treibt die Preise. Nach Angaben des Händlers investieren immer mehr private Sammler aus China, Russland und dem Mittleren Osten in der Preiskategorie 100 000 Dollar aufwärts. Wichtig ist ihnen der Künstler selbst: Je bekannter der Name und je typischer sein Werkstück, desto höher ist der Preis. Die Zeiten unbegrenzten Wertzuwachses sind allerdings vorbei: "Investoren müssen jetzt intelligent kaufen", rät Rumbler.

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