Anleihestrategie
Neue Chancen mit Bonds

Wie die besten Anleihenprofis sich gegen weiter steigende Zinsen wappnen. Welche Papiere sie kaufen, mit welcher Entwicklung sie jetzt kalkulieren.

Ben Bernanke tanzt beherzt im Vierteltakt - und vielen Anlegern wird es davon ganz flau im Magen. Mit jedem Trippelzinsschritt des US-Notenbankchefs wächst die Nervosität an den Märkten. Bernankes Vorgänger Alan Greenspan hatte mit dem Stakkato im Sommer 2004 begonnen, seither kletterte der US-Leitzins in 16 Schritten von 1,0 auf 5,0 Prozent und am Donnerstag vergangener Woche dann auf 5,25 Prozent. Fürs kommende Jahr, da sind sich die Beobachter einig, hat Bernanke die 6,0 im Visier. Seine Kollegen von der Europäischen Zentralbank EZB ziehen nach; gut möglich, dass sie im August den europäischen Leitzins auf 3,0 Prozent lupfen.

Aussichten, die den Anlegern nicht behagen. Wann immer die Zinsen steigen, verlieren die bisherigen Anleihen mit niedrigeren Zinszahlungen ein Stück an Attraktivität, ihre Kurse sinken dann. Ablesen lässt sich diese Reaktion am Rex, dem Index für den deutschen Markt mit festverzinslichen Papieren: Er büßte 2006 etwa 3,4 Prozent ein.

Für Anleger, die auf Investmentfonds mit Festverzinslichen setzen (Rentenfonds), ist die Krise am Rentenmarkt nach dem Aktiencrash der vergangenen Wochen der zweite Schlag ins Genick. Noch vor Kurzem hatten sie gehofft, die Rentenvariante eigne sich als sichere Alternative zu den angeschlagenen Aktienfonds: Etwa fünf Milliarden Euro pumpten die Anleger von Januar bis Mai in Rentenportfolios. Doch nun versiegt der Geldstrom, weil die Anleger zusehen müssen, wie die Kurse abrutschen. In diesem Jahr verloren weltweit investierende Rentenfonds in Euro-Währung durchschnittlich 4,0 Prozent.

"Besonders hart traf es Fonds, die vor allem auf Anleihen mit langen Laufzeiten setzten. Denn je länger die durchschnittliche Restlaufzeit der Zinspapiere ist, desto höher sind die Verluste, wenn die Zinsen steigen", sagt Christian Michel, Fondsanalyst bei Feri Rating & Research in Bad Homburg.

"Relativ glimpflich davongekommen sind dagegen Rentenfonds, die ganz breit investiert hatten oder nur risikoarme Zinspapiere mit Laufzeiten von drei Monate bis zu drei Jahren kauften", ergänzt Detlef Glow, Leiter des Fondsresearchs bei Lipper Deutschland in Frankfurt. Einigen Managern gelang es, Verluste auszugleichen mit Gewinnen am Terminmarkt (Zinsfutures) und mit Wandelanleihen, andere sicherten sich einfach mit schnöden Geldmarktpapieren oder Termingeldkonten ein Plus - wenn auch ein mageres.

Analyst Michel rät Anlegern, die ihr Geld für maximal drei Jahre anlegen wollen, zu Fonds mit kurzlaufenden Rentenpapieren. Glow: "Erst wenn die EZB in diesem Jahr den Zins auf drei Prozent erhöht hat und sagt, wie es danach weitergeht, werden auch die anderen Rentenfonds wieder interessant."

Oder der Anleger vertraut auf die Expertise nachgewiesen sturmerprobter Fondsmanager. Die WirtschaftsWoche stellt vier Fachleute vor, die trotz Zinskeule mit Anleihen Vermögen erhalten und vermehrt haben.

Lesen Sie auf den folgenden Seiten:

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Johannes Führ Vermögensverwaltung, Frankfurt/Basel
» Ulrich Kaffarnik, Dr. Jens Ehrhardt Kapital, Pullach
» Gabriele Nopp-Rau Kepler Fonds, Linz
» Daniel Gonzenbach Holinger Asset Management, Zürich
» Exkurs: Chance und Risiko

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