Barometer
Die Insider kaufen wieder

Deutschlands Manager und Firmeninsider nutzen die Kursturbulenzen der letzten Tage, um sich günstig mit Papieren des eigenen Unternehmens einzudecken. Sie besitzen ein besseres Verständnis für die faire Bewertung des eigenen Unternehmens. Zudem sind sie weniger stark als der Markt psychologischen Stimmungen ausgeliefert.

FRANKFURT. Deutschlands Manager und Firmeninsider nutzen die Kursturbulenzen der letzten Tage, um sich günstig mit Papieren des eigenen Unternehmens einzudecken. Das geht aus dem Insider-Barometer des Forschungsinstituts für Asset Management (FIFAM) an der RWTH Aachen hervor, den das Handelsblatt in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking künftig alle zwei Wochen präsentieren wird. „Die Zahl der Insiderkäufe hat in den letzen Tagen bei den tiefen Indexständen deutlich zugenommen“, sagt Professor Rüdiger von Nitsch.

Mittlerweile notiert der Insider-Index wieder über der Grenze von 100, das heißt: Das Barometer befindet sich im eher ausgewogenen Bereich. Zum Vergleich: Als der Deutsche Aktienindex (Dax) Anfang Mai auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren notierte, stand das Barometer bei 70, ein Zeichen für eine deutliche Überzahl an Verkaufsorders.

Die hohe Aussagekraft des Insider-Barometers lässt sich anhand der Dax-Veränderungen seit den Tiefstständen im Frühjahr 2003 ablesen. Damals griffen die Manager bereits zu, als sich viele Investoren noch in Scharen von ihren Papieren trennten. Die anschließende Marktrally gab den Insidern Recht. Die Aussage, dass Insider mit ihren privaten Aktiengeschäften künftige Marktentwicklungen vorwegnehmen, ließ sich es auch in der Folgezeit eindeutig bestätigen.

Für den Privatanleger bestehen die wesentlichen Erkenntnisse aus den FIFAM-Berechnungen zum einen darin, dass er bei Barometerständen über 110 deutliche Zusatzrenditen erzielen kann, wenn er dann am Aktienmarkt einsteigt. Umgekehrt muss er sich auf unterdurchschnittliche Renditen einstellen, wenn er bei einem Niveau von unter 90 Aktien kauft. Weitere Erkenntnis: Aus der zeitlichen Verzögerung, mit der er auf die Insidertransaktion reagieren kann, entsteht ihm kein Nachteil. Wenn er diese innerhalb von 25 Tagen nachvollzieht, erzielt er im Schnitt eine Rendite, die rund drei Prozent über der Durchschnittsrendite liegt. Bei großen Aktien mit Börsenwert von über 100 Mill. Euro ist ein Plus von mehr als vier Prozent möglich.

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