Baufinanzierung
Der günstigste Weg ins eigene Haus

Die Bauzinsen sind in den vergangenen Monaten zwar deutlich gestiegen, könnten aber weiter hochgehen. Wie sich Hausbauer jetzt noch ein preiswertes Angebot sichern und welches Grundwissen Bauherren mitbringen sollten.

FrankfurtSelten hat es eine bessere Zeit zum Kauf eines Hauses oder einer Wohnung gegeben als jetzt. Zwar sind die Bauzinsen in den vergangenen Monaten leicht gestiegen, ein zehnjähriges Baudarlehen gibt es laut der Finanzberatung FMH aber immer noch für einen Zins von durchschnittlich 3,9 Prozent (siehe Grafik). In den vergangenen 30 Jahren lagen die Bauzinsen im Schnitt bei sieben Prozent.

"Wir haben historisch gesehen immer noch ein sehr günstiges Zinsniveau", sagt Finanzexperte Klaus Fleischer von der Hochschule München. "Dieses Zeitfenster schließt sich aber jetzt." Um eine steigende Inflation zu verhindern, hat die Europäische Zentralbank erst in der vergangenen Woche den Leitzins erneut erhöht, und Experten erwarten in den nächsten Monaten weitere Zinsschritte. Für Bauwillige heißt das: Es ist Zeit zum Handeln, um sich die günstigen Zinsen möglichst dauerhaft zu sichern.

Der klassische Weg der Baufinanzierung ist das Annuitätendarlehen, meist mit einer zehnjährigen Zinsbindung. Bei einem solchen Darlehen zahlt der Bauherr jeden Monat konstante Raten, mit denen er den Kredit tilgt und die Zinsen zahlt. Allerdings gibt es hier weniger Angebote am Markt, und sie sind teurer als Produkte mit kurzfristiger Zinsbindung.

Dennoch urteilt Finanzexperte Fleischer: "Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, sollte einen Vertrag mit 15- oder 20-jähriger Zinsbindung nehmen". Auch Thomas Hentschel, Baufinanzierungsexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, empfiehlt solche langfristigen Angebote, da der Kunde trotzdem noch recht flexibel bleibe. Kunden haben das Recht, den Vertrag schon nach zehn Jahren zu kündigen, ohne dass die Bank dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen kann. Wenn also in zehn Jahren günstigere Kreditkonditionen herrschen, kann der Kunde einfach wechseln.

Grundsätzlich empfehlen Experten, die jährlichen Tilgungsraten nicht zu niedrig anzusetzen. Ein Prozent der Kreditsumme sollte die anfängliche jährliche Tilgungsrate mindestens betragen, deutlich besser wären allerdings zwei Prozent. Das beschneidet den Zinseszinseffekt deutlich, die Bank knapst also im Laufe der Zeit viel weniger Geld ab.

Fleischer empfiehlt, dass Immobilienfinanzierer, nachdem sie alle anderen Vertragspunkte ausgehandelt haben, sich auch noch ein jährliches Sonderkündigungsrecht von fünf oder zehn Prozent in den Vertrag schreiben lassen. Damit können sie beispielsweise bei unerwarteten Sondereinkünften die Schulden schneller tilgen.

Aktuell hätten Kreditnehmer gute Chancen für solche Extrawünsche. "Wer eine gute Bonität vorweisen kann, hat einen gewissen Verhandlungsspielraum, denn gute Kreditnehmer sind bei den Banken gesucht", sagt Fleischer.

Seite 1:

Der günstigste Weg ins eigene Haus

Seite 2:

Bausparen und Forward-Darlehen

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%