Betriebsrenten
Wenn die Firma die Rentenlücke stopft

Jeder kann über seinen Arbeitgeber fürs Alter sparen. Der Staat fördert die Betriebsrenten massiv. Doch nach Zahlen des Bundesarbeitsministeriums verfügt jeder dritte Berufstätige, der in die Sozialversicherung zahlt, noch nicht über eine Betriebsrente. Welche Varianten sich für wen eignen.
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FRANKFURT. Steuerfrei. Keine Sozialabgaben. Zuschuss vom Arbeitgeber. Das sind die Hauptargumente, die für die betriebliche Altersvorsorge sprechen. Kein Wunder, dass Versicherungskaufleute wie Harald Hagedorn aus Siegen das Sparen über den Betrieb eine „charmante Angelegenheit“ nennen. Doch bei vielen Arbeitnehmern scheint sich das noch nicht herumgesprochen zu haben. Denn nach Zahlen des Bundesarbeitsministeriums verfügt jeder dritte Berufstätige, der in die Sozialversicherung zahlt, noch nicht über eine Betriebsrente. Und jüngste Meinungsumfragen bestätigen, dass die betriebliche Altersvorsorge für viele Beschäftigte ein Buch mit sieben Siegeln ist.

Arbeitgeber müssen etwas anbieten

Dabei hat seit 2002 jeder Arbeitnehmer einen Anspruch darauf, eine Betriebsrente abzuschließen. Damit kann er einen Teil der gekürzten gesetzlichen Rente wettmachen. Denn mit den Überweisungen der Deutschen Rentenversicherung allein lässt sich der gewohnte Lebensstandard im Alter kaum aufrechterhalten. Welche Betriebsrente in Frage kommt, das bestimmt der Arbeitgeber.

Dabei kommen fünf Möglichkeiten, im Jargon die Durchführungswege, in Frage: Die Direktzusage herrscht oft bei großen Unternehmen vor. Dabei verspricht der Arbeitgeber etwa eine bestimmte Betriebsrente. Das Geld bleibt im Unternehmen, das letztlich für die Betriebsrente geradestehen muss. In einer Unterstützungskasse bündeln meist mehrere Firmen ihre Betriebsrenten. Großer Vorteil dieser Varianten: Die Arbeitgeberbeiträge fließen nicht als Lohn und sind damit unbegrenzt steuer- und sozialabgabenfrei. Diese beiden Varianten eignen sich vor allem für leitende Angestellte, Geschäftsführer und Vorstände, wie Carlos Reiss erläutert, Chef des Frankfurter Versicherungsmaklers Hoesch & Partner.

Außerdem kann das Geld für die Betriebsrente in einen Pensionsfonds oder eine Pensionskasse fließen. Der Pensionsfonds kann das Geld etwas riskanter anlegen als die Pensionskasse, die wie eine Versicherung funktioniert. Auf dem Vormarsch ist allerdings nach Branchenangaben die fünfte Variante, die Direktversicherung. Diese schließt der Arbeitgeber für seine Beschäftigten individuell ab. Und zumindest diese Betriebsrentenpolice muss jede Firma anbieten. Der Berliner Versicherungsexperte Mark Ortmann hält diese auch für die einfachste Variante. Der Bochumer Versicherungsberater Marco Krieter sagt: „Für jüngere Arbeitnehmer kommt auch ein Pensionsfonds in Betracht.“ Pensionskassen böten Kostenvorteile im Vergleich zu einer Direktversicherung. Makler Reiss empfiehlt, sich große Versicherer auszusuchen. Dann sei es unter anderem auch leichter, bei einem Arbeitgeberwechsel die Betriebsrente mitzunehmen.

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  • @performer, von welchem Unternehmen reden Sie?
    bitte differenzieren sie endlich mal.

    Es kommt auf die Unternehmen an. Ein Subunternehmen oder ähnliches erhält vertraglich gesichert von der industrie zwischen 90 000 für eine 30 Stunden Woche und 120 000 Euro für eine 40 Stunden Woche pro Person, dazu noch den Arbeitsplatz stellt und die Ausbildung anbietet und das subnternehmen nur verleiht und nichts selber dazu beiträgt, ausser das es einen Vertrag für zig Jahren mal in der industrie abgeschlossen hat und die benötigte Person ausreichend ausgebeutet worden ist, wird danach durch zahlreiche Mobbingattacken in ALG 1 und danach bis hin in anschließende Obdachlosigkeit getrieben wird.

    Die Zielgruppen wurden selektiert: Alleinerziehende Frauen und andere wurden systematisch aussortiert.

    Das ist der Arbeitsmarkt in Deutschland.

  • Warum sollen die Firmen für die Arbeitnehmer aufkommen? Ein angestellter Arbeitnehmer besitzt einen unbefristeten Arbeitsvertrag, der ihm die tariflichen bezüge garantiert. Der Unternehmer trägt das Risiko. Darüber hinaus steht ihm nichts zu. Zur Zeit besteht ein Überangebot an Fachkräften. Angebot und Nachfrage bestimmt den Preis. Erst wenn es mehr Anfrage nach Fachkräten unsererseits gibt als Fachkräfte zur Verfügung stehen, kann man über Zulagen und Entgegenkommen rechnen. Zur Zeit aber überhaupt nicht. bei dem Fachkräfteüberangebot!!??

  • Hören Sie mit der Lügerei auf, Was der sogenannte Arbeitgeber laut Gesetz anbieteten soll und was realisiert wird sind 2 völlig unterschiedliche Paar Schuhe.

    Laut Gesetz muss jeder Arbeitgeber dem Arbeitnehmer mindestens 4 Tage im Jahr Fortbildung gewähren.
    Darüber hinaus sind in der bahnsicherheit ganz andere Ausbildungen erforderlich.
    Davon habe ich nichts gesehen.

    Von einer Rente mal ganz zu schweigen.
    Es wurden ca. 5 Euro im Monat für eine sogenannte Lebensversicherung angeboten bei Der iCS AG, outgesourctes Unternehmen von Daimler und Alcatel SEL bzw die ehemaligen Stammbelegschaften sitzen dort und verheizen andere zum biliigstarif in rechteloser Leiharbeit. Tätig in hochsicherheitskritischen Systemen der bahn.

    Erhalten habe ich diese Lebensversicherung nicht. Sie stand lediglich auf dem Papier. Ausserdem will ich keine Lebensversicherung, in der ich im Todesfall unterschreibe, dass ich untersucht werden darf und somit wieder als Experimentierfeld für Ärzte ende.

    Mariana Mayer, aufgrund von zahlreichen Mobbingattacken arbeitslos weil bahnsicherheit in Deutschland in Leiharbeit durchgeführt und von den Regierungsparteien diese wirtschaftskriminellen Arbeitsweisen unterstützt werden.

    Sie wundern sich über den Airbus absturz und andere Unfälle, iCE?
    Eben weil diese Form der Leiharbeit laut EU Normen nicht zulässig ist und trotztdem praktiziert wird.

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