Börse
Was uns Jim Rogers und George Soros lehren

An der Börse ist oft nur erfolgreich, wer eigenes Wissen einsetzt und sich nicht von zu großen Hoffnungen und Ängsten anstecken lässt. Contrarians sind legendär in der Finanzwelt und handeln nach dieser Maxime. Sie tauchen vorzugsweise dann auf, wenn sich über einen längeren Zeitraum hinweg eine bestimmte Meinung durchgesetzt hat - und nehmen dann die entgegengesetzte Position ein.
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FRANKFURT. Sie sind die brillanten Köpfe hinter der allgemein so abstrakt erscheinenden Welt der Börsen – sogenannte „Contrarians“ wie Jim Rogers oder George Soros. Diese schillernden Figuren wurden in der faszinierenden Finanzwelt zu Milliardären, weil sie in entscheidenden Phasen immer das taten, was die breite Mehrheit nicht tat. Contrarians sind Psychologen, Egozentriker, Querdenker, Draufgänger und Wagehälse in einer Person und müssen über entsprechendes Finanzmarkt-Know-how verfügen.

Eine Konträrtheorie gibt vor, dass die allgemeine Meinungsbildung über politische und wirtschaftliche Trends in der Welt, in Regionen oder an Finanzmärkten falsch ist. Contrarians nehmen die entgegengesetzte Position zur mehrheitlichen Meinung ein. Auf diese Weise profitieren sie an Finanzmärkten von exzessiven Übertreibungen in die eine oder andere Richtung. Erfolgreich gegen den Strom zu schwimmen, ist in den vergangenen Jahrzehnten nur wenigen Finanzmarktgrößen gelungen. Rogers und Soros gehören ebenso dazu wie Marc Faber oder der legendäre John Templeton und der erfolgreiche Hedge-Fonds-Manager John Paulson.

Sie treten immer dann in Erscheinung, wenn sich in der Globalökonomie oder auch nur in der Finanzwelt über einen längeren Zeitraum hinweg eine bestimmte Meinung im Verhalten fast aller Akteure durchgesetzt hat. In der Vergangenheit schlug immer dann die Stunde dieser Leute, wenn – wie zum Beispiel Ende 2007 und Anfang 2008 – die Kursziele von Aktien von Bankanalysten endlos nach oben geschraubt wurden. Mit der simplen Weisheit „Wer soll noch kaufen, wenn alle bereits engagiert sind“, positionieren sie sich gegen die Mehrheitsmeinung und setzen auf fallende Kurse. So auch Jim Rogers, der Anfang 2008 im Handelsblatt-Gespräch mit seiner Aussage „Die großen Investmentbanken sind praktisch alle pleite“ für Furore gesorgt und einen Anstoß für die globale Baisse geliefert hatte.

Das war jene Zeit, in der an den Börsen kaum ein Skeptiker zu finden war. In diesem Umfeld sprachen sogar Friseure oder Taxifahrer Aktienempfehlungen aus und selbst erzkonservative Anleger holten nach ständig positiven TV-Börsenberichten ihr Erspartes aus dem Sparstrumpf, um es in Aktien zu investieren. Damit war die Stunde der Contrarians gekommen. Dann nämlich wussten sie, dass große Teile der Bevölkerung an der Börse investiert waren. Eine ähnliche Situation hatte es bereits Ende 2000 gegeben.

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  • was für ein Quatsch ! Wer es genauer wissen will, sollte noch einmal Talebs "Narren des Zufalls lesen"

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