Daniel Piazolo
„Bewertungsintervalle sind zu lang“

"Immobilienindizes sind Messlatten", sagt Daniel Piazolo. Im Interview spricht der Geschäftsführer der IPD Investment Property Databank über den Nutzen von Indizes, über Bewertungsintervalle und regionale Varianten.

Handelsblatt: Wozu dienen Immobilienindizes?

Daniel Piazolo: Immobilienindizes sind Messlatten. Investoren können ihre eigenen Immobilien mit einer Vielzahl von Immobilien in der gleichen Region während einer bestimmten Periode vergleichen. So erfahren sie beispielsweise, ob die Performance des eigenen Gebäudeportfolios in Deutschland im vergangenen Jahr höher oder niedriger als die Durchschnitts-Performance deutscher Objekte war. Die Performance einer Immobilie setzt sich aus Mieterträgen und Wertänderungen zusammen.

Wer nutzt diese Indizes?

In erster Linie sind dies institutionelle Investoren wie etwa Versicherer und offene Immobilienfonds. Sie können daraus Schlüsse für die Steuerung ihrer Portfolios ziehen. Indizes erleichtern es ihnen anhand von Markttrends, Termine für Käufe und Verkäufe abzuleiten. Wissenschaftler leiten aus wiederkehrenden Kurvenverläufen ab, an welcher Stelle in einem Konjunkturzyklus der Immobilienmarkt gerade steht.

In den im April 2008 veröffentlichten Dix Deutscher Immobilien Index sind Neubewertungen von Immobilien eingeflossen, die zum Teil bereits im Januar 2007 vorgenommen wurden. Ist das Ergebnis dann überhaupt noch aktuell?

Der im April veröffentlichte Dix zeigt, was 2007 am Immobilienmarkt geschehen ist. Leider sind die Bewertungsintervalle in Deutschland im Vergleich zu angelsächsischen Ländern recht lang. Je höher die Bewertungsfrequenz, umso zeitnäher sind wir am Markt. Deswegen wünschen wir uns kürzere Bewertungsintervalle in Deutschland.

Welche Immobilienindizes sind für Besitzer selbst genutzter Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser besonders wichtig?

Noch gibt es keine Indizes, die für deutsche Eigennutzer von großer Bedeutung sind. In den USA und der Schweiz ist das anders. Dort werden Hypotheken an regionale Indizes gekoppelt. Geben die Häuserpreise nach, kann dies dazu führen, dass die Beleihungsgrenze unterschritten wird. Dann muss getilgt werden. Dagegen können sich die Kreditnehmer versichern. Hypothekenversicherer nutzen dort die Indizes, um ihre Angebote zu gestalten. Ich rechne damit, dass es in fünf bis zehn Jahren in Deutschland vergleichbare Indizes und Versicherungsangebote geben wird.

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