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Britisches Pfund: Der perfekte Sturm

Dem Pfund geht es nicht gut. Die Investoren sorgen sich um die ausufernden Staatsfinanzen, das Defizit in der Leistungsbilanz und die Stabilität des Finanzsektors. Gegenüber dem Euro hat das Pfund im Zuge der Kreditkrise bereits rund 25 Prozent an Wert verloren. Wie schlimm ist die Lage?

LONDON. Wer sich trotz Finanzkrise noch einen Sinn für Ironie bewahrt hat, der findet in Großbritannien derzeit einige hübsche Perlen. Es ist nicht ohne, wenn ausgerechnet die Royal Bank of Scotland warnt, dass das Pfund in einem "perfekten Sturm" stecke und den Investoren ans Herz legt, sich von ihren Beständen zu trennen.

Schließlich ist die RBS nicht ganz schuldlos an diesem "Sturm". Immerhin musste das Institut vom britischen Staat gerettet werden und erwartet mit 28 Mrd. Pfund den höchsten Verlust in der Unternehmensgeschichte der Insel - keine guten Nachrichten für das Sterling.

Recht haben die Währungsstrategen der RBS aber trotzdem. Dem Pfund geht es nicht gut. Die Investoren sorgen sich um die ausufernden Staatsfinanzen, das Defizit in der Leistungsbilanz und die Stabilität des Finanzsektors. Im Vergleich zum Dollar notiert die britische Währung derzeit so niedrig wie seit acht Jahren nicht mehr, und zum Yen liegt das Sterling auf einem Rekordtief. Gegenüber dem Euro hat das Pfund im Zuge der Kreditkrise bereits rund 25 Prozent an Wert verloren.

Noch drastischer als die RBS sieht der einflussreiche Hedge-Fonds-Manager Jim Rogers die Lage der britischen Währung. Er rief die Anleger auf, alles zu verkaufen, was sie in Pfund halten. "Ich würde kein Geld in Großbritannien investieren." Auch das ist nicht ohne Ironie, immerhin hat Rogers einst gemeinsam mit der Investorenlegende George Soros den Quantum-Fonds gegründet. Und Soros war es, der am berüchtigten "schwarzen Mittwoch" im September 1992 das Pfund mit einer spekulativen Attacke aus dem europäische Währungssystem drängte.

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