Die großen Indizes
Indizes – Die Fieberkurven der Aktienmärkte

Aktienindizes sind die Fieberkurven der Börsen. Ursprünglich sollten sie die Märkte transparenter machen - doch längst erfüllen Indizes noch eine weitere Aufgabe: Sie dienen Anlagestrategen als Basiswerte für Zertifikate oder börsengehandelte Indexfonds. Zwischen Barometer und Anlageprodukt - die beiden Gesichter von Dax und Dow.
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FRANKFURT. Als der Deutsche Aktienindex (Dax) am Mittwoch um 12:23 Uhr unter 6 000 Punkte rutscht, sind die Fotografen auf dem Parkett der Frankfurter Börse schon zur Stelle. Klick, Klick, Klick. Alle wollen sie dabei sein und den Moment einfangen. Zuletzt notierte das wichtigste deutsche Börsenbarometer im Herbst 2006 unter der "psychologisch wichtigen" Marke. Die Finanzkrise hat dem Dax seitdem kräftig zugesetzt. Ein Blick auf die Anzeigetafel: Die dünne, zittrige Linie verrät, wie schlecht es wirklich um den deutschen Aktienmarkt steht.

Aktienindizes sind die Fieberkurven der Börsen. Die Kurse einzelner Papiere mögen steigen oder fallen, der Index zeigt das Gesamtbild, die Tendenz des Marktes. Er spiegelt die Stimmung wider, die auf dem Börsenparkett herrscht. Für die deutschen Anleger ist vor allem der Dax von Bedeutung, weltweit aber dominieren andere.

Der Dow-Jones-Industrial-Average-Index (DJIA) ist wohl der bekannteste Index auf der Welt. Er bildet die 30 größten US-amerikanischen Unternehmen aus verschiedenen Branchen ab. Coca Cola ist dabei, der Chiphersteller Intel oder aber Flugzeugbauer Boeing. Die Fieberkurve der Wall Street beeinflusst die Börsen weltweit. Erwischt der Dow einen schwachen Tag, trifft das auch den Dax oder den japanischen Leitindex, den Nikkei hart. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Dow gut 21 Prozent verloren, der Dax sackte um 24 Prozent ab und der Nikkei fiel sogar um über 30 Prozent. Seit 1884 wird der Dow berechnet; er ist damit der älteste Aktienindex der Welt.

Viele Investoren schauen neben dem Dow Jones auf die Entwicklung des S&P 500. Am 4. März 1957 wurde der Index erstmals von Standard and Poor?s berechnet. Er bildet die 500 größten US-Unternehmen und ist damit deutlich breiter aufgestellt als der ehrwürdige Dow Jones. Beide Indizes sind sogenannte Kursindizes, das heißt, sie werden ausschließlich anhand der Aktienkurse ermittelt.

Der Dax, Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer, ist dagegen ein Performanceindex. Im Gegensatz zu den beiden US-Indizes oder dem europäischen Euro Stoxx 50 werden die Dividendenausschüttungen der Unternehmen bei der Kursberechnung berücksichtigt. Das erklärt auch, warum sich der Dax über einen längeren Zeitraum etwas besser geschlagen hat als etwa der S&P 500.

Wie der Dow bildet der Dax die größten 30 deutschen Unternehmen ab. Erst kürzlich feierte die Deutsche Börse mit viel Pomp den runden Geburtstag seines Stimmungsmessers. 20 Jahre ist der Dax alt.

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