Differenzkontrakte
Wer am längeren Hebel sitzt

Internet und fortschreitende Technik machen es möglich: Außerhalb der Börse und abseits von Optionsscheinen und Turbozertifikaten können auch Privatinvestoren immer raffiniertere Hebel beim Geldanlegen einsetzen. Hebel helfen dabei, von kurzfristigen Kursschwankungen überproportional zu profitieren.

FRANKFURT. Der Gedanke – mit kleinem Kapitaleinsatz große Summen zu bewegen – bleibt der Gleiche, die Möglichkeiten jedoch nehmen zu. Die Hebelinstrumente der Privaten werden damit denen der Profis immer ähnlicher.

Doch Vorsicht: Die neuen Produkte locken zwar mit hohen Gewinnen, aber zumindest theoretisch sind auch unbegrenzte Verluste möglich. Wer die großen Hebel nutzen möchte, braucht also viel Erfahrung und noch mehr Mut zum Risiko. Wer nicht aufpasst, kann weit mehr als nur sein eingesetztes Kapital verlieren!

Den größeren Hebel gibt es ausschließlich außerhalb der Börse. Spezielle Anbieter bieten entsprechende Produkte auf speziell für diese Zwecke eingerichteten Handelsplattformen an. Dort darf nur handeln, wer vorher beim jeweiligen Anbieter ein Extrakonto eingerichtet und eine in der Regel vierstellige Summe einbezahlt hat. Ein herkömmliches Wertpapierdepot reicht für diese neuen Spekulationsarten nicht aus.

Speziell auf dem deutschen Markt für Hebelprodukte buhlen seit kurzem so genannte Differenzkontrakte, kurz CFDs (engl. Contracts for Difference) um die Gunst extrem risikofreudiger Privatanleger. Mit CFDs wetten Investoren auf die Differenz zwischen zwei Kursen: dem Kurs, zu dem sie eine Aktie, einen Index oder einen Rohstoff kaufen, und demjenigen, zu dem sie verkaufen. CFDs spiegeln dabei die Kursentwicklung ihres Basiswertes eins zu eins wider. Dabei kann sich der Anleger aussuchen, ob er auf steigende oder auf fallende Kurse setzt und wie lange er seine Position halten möchte. Schließt er sie, erhält er den Differenzbetrag zu seinem Einstand ausbezahlt. Der Clou bei diesen Geschäften: Der Anleger kauft die Aktie nicht selbst, sondern zahlt nur eine so genannte Sicherheitsleistung, die Margin, auf sein Handelskonto ein. Üblich sind fünf Prozent der Summe, für die Aktien gekauft werden sollen. Es handelt sich also um einen Aktienkauf auf Kredit. Die Höhe der Sicherheitsleistung bestimmt dabei den Hebel. Damit ähneln CFDs der klassischen Terminmarktspekulation, den Futures, die überwiegend von Profis an Terminbörsen wie der Eurex gehandelt werden.

Seite 1:

Wer am längeren Hebel sitzt

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%