DWS-Studie
Dividenden im Dax halten mit den Gewinnen nicht mit

Die deutlichen Gewinnsteigerungen der 30 Dax-Unternehmen werden nach Sicht der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz nur unzureichend an die Anteilseigner weitergegeben. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Quote um ein Prozent. 60 Prozent der deutschen Dax-Gesellschaften bleiben ihren Anteilseignern eine Ausschüttung komplett schuldig.

HB BERLIN. Die Dividendenzahlungen der im Dax notierten Unternehmen für 2005 haben mit den teils beachtlichen Gewinnsteigerungen nach einer Studie nicht Schritt gehalten. Die 30 Dax-Unternehmen gaben nur 37 Prozent der Gewinne an die Anteilseigner weiter, teilte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Mittwoch in Frankfurt mit. Ein Jahr zuvor waren es noch 38 Prozent. Statt sich der aus DSW-Sicht gebotenen Ausschüttungsquote von 50 Prozent zu nähern, enfernten sich die Unternehmen davon.

"In absoluten Zahlen klingen die Ergebnisse durchaus beeindruckend"; sagt DWS-Geschäftsführer Ulrich Hocker. "Um insgesamt gut 39 Prozent haben die 950 analysierten Gesellschaften die Gewinnausschüttung an ihre Anteilseigner nach oben geschraubt. Das bedeutet gegenüber den Zahlungen für das Geschäftsjahr 2004 ein Plus von immerhin rund acht Milliarden Euro." Im Dax 30 hätten 26 Aktiengesellschaften die Dividende angehoben - senken musste dagegen keines der großen Unternehmen seine Ausschüttung. Der Chiphersteller Infineon allerdings sei, wie schon im vergangenen, seinen Anteilseignern eine Dividende schuldig geblieben, klagt Hocker.

"Was uns weniger freut ist die Tatsache, dass die Steigerung der Dividendenzahlungen mit den Zuwächsen bei den Gewinnen wieder nicht mithalten konnte. Im Klartext: Statt sich der – aus unserer Sicht gebotenen – Ausschüttungsquote von 50 Prozent des Gewinns zu nähern, entfernen sich die Unternehmen davon." So sei die Quote im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf 38 Prozent des erwirtschafteten Gewinns gesunken. Gerade einmal sieben der Unternehmen schütteten nach Angaben der DSW 50 Prozent oder mehr aus.

Spitzenreiter mit 67 Prozent sei der Handelskonzern Metro. Dicht gefolgt von Eon, die 65 Prozent an ihre Anteilseigner auskehrten. 54 Prozent gaben Daimler-Chrysler und die Deutsche Telekom weiter. 53 Prozent bekamen die Aktionäre von Siemens, 51 Prozent die Besitzer von Lufthansa-Aktien und 50 Prozent die Investoren, die Papiere der Deutsche Börse AG im Depot haben. Mit Abstand den höchsten absoluten Betrag schüttete, auch aufgrund einer Sonderausschüttung, der Energiekonzern Eon aus. 4,8 Milliarden Euro flossen an die Anteilseigner des Energiekonzerns. "Immerhin noch gut 3 Milliarden Euro zahlte die Deutsche Telekom. Dieser Betrag muss, mit Blick auf den mehr als mäßigen Kursverlauf, aber wohl eher als Schmerzensgeld bezeichnet werden", sagt Hocker.

Vier Gesellschaften gaben nicht einmal 20 Prozent des erwirtschafteten Gewinns an ihre Aktionäre weiter, so der DSW-Geschäftsführer. Besonders mager sei die Quote für die Anteilseigner des Sportartikelherstellers Adidas ausgefallen: Sie mussten sich mit 14 Prozent zufrieden geben. "Im letzten Jahr wurden noch 18 Prozent an die Investoren ausgekehrt." Wenig besser sah es beim Reifenhersteller Continental aus. Wie schon im Vorjahr flossen wieder magere 16 Prozent des Gewinns an die Aktionäre, bemängelt Hocker. Von 18 Prozent habe sich die Allianz AG trennen können - 30 Prozent waren es im Vorjahr.

"Neben der geringen Ausschüttungsquote macht uns auch die viel zu große Zahl an Unternehmen Sorge, die keine Dividende ausschütten. Immerhin 60 Prozent der in Deutschland börsennotierten Gesellschaften bleiben ihren Anteilseignern eine Ausschüttung schuldig", so Hocker. Besonders betroffen hiervon seien kleinere Unternehmen. Hier haben die Anteilseigner oft nur das Kapitalrisiko, ohne dafür eine entsprechende Risikoprämie in Form einer Dividende zu erhalten.

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