Edelmetalle
Goldautomat: Der Traum eines Gangsters

Ein Automat voll Gold. Es klingt, als wäre es zu schön, um wahr zu sein – zumindest für die Gangster Südafrikas. Ihr größtes Problem wäre auf einen Schlag gelöst: Wenn sie Geldautomaten sprengen, geht meist das Papiergeld kaputt; Gold dagegen ist robust. Seit dieser Woche ist der Traum eines jeden Gangsters am Frankfurter Flughafen Wirklichkeit geworden.
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KAPSTADT. Im Rahmen eines Pilotprojektes hat der Stuttgarter Edelmetall Online-Händler TG-Gold-Super-Markt dort eine erste Maschine installiert. 500 weitere sollen in den nächsten Monaten in Deutschland, Österreich und der Schweiz folgen, zumeist an Flughäfen, Bahnhöfen oder Einkaufszentren.

Die Maschine selbst funktioniert fast wie ein Getränkeautomat: Nach der Eingabe des entsprechenden Euro-Betrags ertönt ein Surren, so wie man es von den herkömmlichen Automaten kennt. Doch statt einer Dose Cola oder einer Schokolade fällt ein hübsch verpackter kleiner Riegel des begehrten Edelmetalls in den Ausgabeschlitz. Der Automat gibt Gold zu je 1, 5 und 10 Gramm aus. Aber auch der erstmals 1967 aufgelegte und weltweit bekannte südafrikanische Krügerrand gehört zum Sortiment. „Es ist alles ganz einfach“, sagt Romy Erhardt von TG-Gold-Super-Markt. Und es gebe keine Wartezeiten.

Für die Sicherheit ist laut Hersteller gesorgt: Die Maschine, die den Namen „Gold to Go“ trägt, hat gleich eine ganze eine Reihe von Absicherungsmechanismen eingebaut, darunter eine Kamera, mit der alle Transaktionen überwacht werden. Im Inneren des Automaten ist zudem ein Computer installiert, der direkt mit dem Frankfurter Goldmarkt verbunden ist und alle paar Minuten den Preis des Edelmetalls aktualisiert. Allerdings liegt der Maschinenpreis rund 30 Prozent über dem aktuellen Marktpreis (spot price), womit der Automat für ernsthafte Goldinvestoren weniger interessant ist. Seine Zielgruppe sind denn auch Kunden, die nach einem originellen Geschenk suchen.

Thomas Geissler, Chef von TG-Gold-Super-Markt, verspricht sich von der Aufstellung der Maschinen nicht nur ein größeres Bewusstsein für Investitionen in Gold, sondern auch ein verbessertes Verhältnis der Geschlechter. „Ich muss erst noch die Frau treffen, die nicht gerne Gold geschenkt bekommt“, sagt er.

Aber nicht nur Frauen freuen sich über ein goldenes Präsent. „Es ist auch ein tolles Geschenk für Kinder – für sie ist es wie ein Märchen, Gold geschenkt zu bekommen“, sagt der Investmentbanker Jens Willenbockel .

Wolfgang Drechsler
Wolfgang Drechsler
Handelsblatt / Korrespondent

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