Edelmetalle
Zum Golde drängt doch alles

Das Sparbuch auflösen, Aktien verkaufen und das ganze Vermögen in Gold anlegen. Vor allem Kleinanleger suchen in Krisenzeiten Zuflucht in Edelmetallen. Denn anders als Papiergeld ist Gold nicht beliebig vermehrbar und hat deshalb über lange Zeit seinen Wert behalten.
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KAPSTADT. Die Suche der Anleger nach einem sicheren Hort in unsicheren Zeiten spiegelt sich auch im aktuellen Preis wider: Erst zu Monatsbeginn kletterte Gold zeitweise auf über 980 Dollar. Damit lag der Preis nur knapp unter seinem Allzeithoch von 1030 Dollar im März letzten Jahres.

Bestätigt wird der Stellenwert des Goldes vom Bericht des World Gold Council, dem Verband der führenden Minengesellschaften. Demnach deckt sich insbesondere die Schweiz mit dem Edelmetall ein. Kein anderes Land hat zuletzt derart viel Gold gehortet: Hatten die Eidgenossen im vierten Quartal 2007 noch 4,5 Tonnen gekauft, waren es im Vergleichsquartal 2008 mehr als 42 Tonnen. Deutschland folgt mit 40 Tonnen Gold knapp dahinter.

Die Schweizerische Notenbank hat damit aber nichts zu tun. Im Gegenteil: Sie hat ihre Reserven im letzten Jahr um zehn Prozent auf 1040 Tonnen reduziert - und mit ihrer lockeren Geldpolitik ihre Landsleute erst zur Flucht ins Gold animiert. Begünstigt wurde die Entwicklung durch die Popularität sogenannter Gold Exchange Traded Funds (ETFs), wie sie etwa die Zürcher Kantonalbank seit 2004 anbietet. Diese geben Anlegern die Möglichkeit, direkt in Edelmetalle wie Platin, Silber und vor allem Gold zu investieren, das nach wie vor den Großteil der Investitionen im Edelmetallbereich ausmacht.

Attraktiv werden ETFs auch dadurch, dass Anleger bei Bedarf jederzeit auf ihr - von den Banken gelagertes - Gold zugreifen können. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Oktober war die Nachfrage zeitweise derart hoch, dass die Zürcher Kantonalbank ihren Bestand auf fast 130 Tonnen verdoppeln und neue Tresorräume anmieten musste. Die hohe Nachfrage führte zeitweise zu mehrtägigen Verzögerungen bei der Lieferung von Goldbarren.

Dabei galt der Besitz von physischem Gold bis vor kurzem als überholt. Münzen oder Barren waren Sammlerstücke - mehr aber auch nicht. Viele Banken hatten das Geschäft längst eingestellt. In Zeiten niedriger Zinsen verliert Gold jedoch seinen größten Nachteil: Denn anders als eine Anleihe mit dem Zins oder die Aktie mit ihrer Dividende wirft Gold keinen laufenden Ertrag ab.

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