Einführung in die Aktienanlage
Das Einmaleins der Börse

Das Geschehen an der Börse ist kein Buch mit sieben Siegeln. Doch erfordert der Einstieg in die Unternehmensanteile gute Vorbereitung. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Grundlagen des Aktiengeschehens, informiert über Risiken und Chancen - und nennt einige Goldene Aktien-Regeln.
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DÜSSELDORF. Was genau an der Börse geschieht, das hat Sophie M. nie verstanden. Die 15-jährige Schülerin aus Berlin weiß zwar, dass es um Aktien geht, um fallende und steigende Kurse. Doch was sich dahinter verbirgt, ist ihr nicht wirklich klar. Selbst an der Börse Aktien zu kaufen, das käme Sophie nicht in den Sinn.

Wie Sophie geht es vielen jungen Leuten, aber oft auch Erwachsenen. Doch die wenigsten von ihnen geben das so offen zu. Dabei sind die Grundlagen der Börse im Grunde einfach zu verstehen. Wer an der Börse die Aktie eines Unternehmens kauft, der wird Mitinhaber.

Das Eigenkapital einer Aktiengesellschaft besteht neben den Gewinnen, auch den einbehaltenen Gewinnen, aus dem Aktienkapital oder Grundkapital. Bei einem großen Unternehmen ist das natürlich viel Geld. Bei Adidas zum Beispiel sind es 204 Millionen Euro. Damit sich viele Anleger am Grundkapital des Herstellers von Turnschuhen, Tennisschlägern und anderen Sportartikeln beteiligen können, ist das Grundkapital in kleine Anteile zerlegt, die Aktien. Meist entfällt rechnerisch ein Euro auf je eine Aktie. Weil die meisten Unternehmen aber viel mehr wert sind als das Grundkapital, liegt der Preis für eine Aktie an der Börse meist viel höher.

Und dennoch: Mitunter reicht auch ein hohes Grundkapital einschließlich eventuell aufgenommener Kredite nicht aus, um große Investitionen zu finanzieren. Durch den Verkauf von neuen Aktien über die Börse kann das Unternehmen das notwendige Kapital einsammeln, das es benötigt.

Das Unternehmen nutzt dieses Geld für sein Geschäft. Wenn es schlecht läuft, kann das Eigenkapital verloren gehen. Die Aktien des Unternehmens sind dann wertlos. Natürlich möchten die Anleger dafür belohnt werden, dass sie dieses Risiko eingehen. Zumal sie keine Zinsen auf das eingezahlte Kapital bekommen. Sie werden lediglich am jährlichen Gewinn beteiligt, dessen Höhe schwankt. Die jährlichen Gewinnausschüttungen, die so genannten Dividenden, sind dennoch eine relativ sichere Einnahmequelle bei großen und bekannten Weltkonzernen.

Bei einem jährlichen Treffen von Aktionären, Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens, der Hauptversammlung, entscheiden die Anteilseigner gemeinsam, wie der Gewinn verwendet wird und wie viel als Dividenden an die Aktionäre ausgezahlt wird. Völlig frei sind sie dabei nicht, denn sie müssen sowohl das Aktiengesetz als auch die Unternehmenssatzung beachten. Wenn die Geschäfte schlecht laufen, kann es auch vorkommen, dass gar keine Dividende ausgezahlt wird. Das ist aber auch bei sehr rentablen Gesellschaften möglich, vor allem solchen die sehr schnell wachsen. In diesem Fall wird der Gewinn in das laufende Geschäft reinvestiert. Dann profitieren die Aktionäre von der zweiten möglichen Quelle für Kapitalgewinne, den Kurssteigerungen.

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