Erfolgreich investieren
Folgen Sie dem Börsentrend

Die Idee erscheint wenig originell und erfordert auch kaum Fachwissen: Es geht um die Strategie, stets dem Trend an den Finanzmärkten zu folgen. Hier herrscht mal der Bulle, mal der Bär. Wer sich an den Sieger hält, erzielt auf Dauer überdurchschnittliche Renditen, sagen Kapitalmarktexperten.
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DÜSSELDORF. Deutsche Telekom im November 1996: Mit umgerechnet 14,57 Euro startet die Aktie des Bonner Konzerns an der Börse, bis März 2000 klettert die Aktie auf 103,90 Euro. Nach Anlaufschwierigkeiten etablierte sich ab 1998 ein klarer Trend nach oben, als die Aktie die Marke von 30 Euro überwand. Jedes Kurshoch war höher als das vorangegangene. Jedes zwischenzeitliche Tief war höher als das vorhergehende. Genau so sehen perfekte Aufwärtstrends aus. Wer strickt dem Trend folgte, stieg bei rund 30 Euro ein und blieb erst einmal dabei.

Ab März 2000 verlor die Telekom rasch an Wert. Mit jedem neuen Tief notierte der Kurs niedriger als beim vorhergehenden Tief. Jede Zwischenerholung fiel geringer aus als die vorangegangene. Wieder ein perfekter Trend. In nur zwei Jahren zehntelte sich der Kurs. Selbst die 200-Tage-Linie – der Durchschnitt aus den 200 vergangenen Handelstagen – bot keinen Halt. Spätestens nach ihrem Unterschreiten bot sich der Ausstieg an.

Wer strikt dem Trend folgte, ohne auf Nachrichten rund um die Börse zu achten, stieg demnach zu rund 30 Euro ein und zu Kursen zwischen 70 und 80 Euro wieder aus. Mit solch einem Vorgehen gelingt es zwar nie, die Hoch -und Tiefpunkte zu erwischen. Doch immerhin, Anleger partizipieren an einem Großteil der Gewinne und begrenzen ihre Verluste.

Größter Fallstrick ist das fundamentale Umfeld

Was mit der Telekom klappt, gelingt auch mit dem Dax. Zwischen März 2000 und März 2003 etablierte sich ein Abwärtstrend, anschießend vier Jahre lang ein Aufwärtstrend.

Zugegeben, solch klare Trends gibt es nicht immer. So pendelt die Telekom seit 2002 zwischen knapp zehn und fast 20 Euro. Hier sucht man vergeblich nach Trends. Selbst der im Nachhinein klare Dax-Aufwärtstrend bis zum Jahr 2000, der erst bei 8 000 Punkten endete, verlief beileibe nicht reibungslos. Die Asien- und Russlandkrise kosteten den Dax zwischenzeitlich mehrere tausend Punkte und dem Anleger viele Nerven.

Doch kühl kalkulierende Investmenthäuser wie die Wiesbadener Vermögensverwaltung Trendconzept machen sich das Trendmodell zunutze. „Bei uns werden Emotionen ausgeschaltet“, sagt Geschäftsführer Holger Fuchs. Das ist in der Realität ein hartes Stück Arbeit. Größter Fallstrick ist das fundamentale Umfeld. Wirtschaftsdaten gilt es ebenso auszublenden wie die Stimmungsindikatoren der Anleger. Wer hat schon im vergangenen Frühjahr damit gerechnet, dass angesichts der Krise die Kurse nur noch steigen? Doch genau das signalisierte das Trendfolgemodell, nachdem der Dax rasch über die 4 000-Punkte-Marke geklettert war. „Auch jetzt sind wir voll investiert“, sagt Fuchs.

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  • Warum eine Aktie steigt, kann dem investor doch egal sein - Hauptsache, man ist auf der richtigen Seite.
    Nebenbei bemerkt machen Konsortialbanken doch auch einen "Markt" für eine Neuemission und das machen sie NiCHT dadurch und das schreibe ich bewusst beschönigend, indem sie die negativen Elemente einer Aktie respektive des dahinter stehenden Unternehmens herausstreichen.

  • ihre Ausführungen in "Folgen Sie dem börsentrend" ist ja ganz nett und zutreffend. Es beschreibt aber nicht die Ursachen für dieen Trend.

    Unter dem damaligen Vorstandsvorsitzenden der Telekom namens Aaron Sommer, wurde bewusst in der bilanz ein falsches, weit überhöhtes Grundbesitzvermögen ausgewiesen und viele, viele kleine Anleger und Rentner in den Kauf dieser Aktie hineingeredet; halbstündlich euphorisch untertstützt durch Clarissa und Carola auf dem TV-Kanal. Herr Sommer musste wohl zurücktreten, jedoch fürstlich abgefunden mit DM 15.000.000 aus dem Staatssäckel nach Zustimmung unseres Parlaments. Unsere Politiker sollten daher nicht immer das Maul so weit aufreisen wegen der boni im heutigen im Finanzbereich. Sie haben diese grosszügige Art des Verabschiedens doch selbst erfunden und praktizieren sie im eigenen bereich nach wie vor.

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