Fallstricke bei Anleihen
Das ABC der Bonität

Für Anleihen gibt es keine einheitlichen Indizes, wie sie für Aktien existieren. Interessenten sollten sich also vorher gründlich über die Bonität informieren. Worauf Sie achten sollten, erfahren Sie in unserem Überblick.

Investmentklasse oder „Investment-Grade“: Das beste Urteil für die langfristige Kreditwürdigkeit eines Schuldners oder einer Anleihe ist das „Triple-A", also „AAA“ von S&P und Fitch bzw. „Aaa" von Moody’s. Die Ausfallgefahr ist praktisch null. Bei „Double-A“ ist die Kreditqualität immer noch hoch, im Bereich „Single-A“ gut. Der Bereich Triple-B“ (bei S&P und Fitch „BBB", bei Moody’s „Baa“) steht für mittlere Bonität.

Spekulationsklasse oder „Non-Investmet-Grade“: Ab Noten von „Double-B“ („BB"- bzw. „Ba“) gelten Anleihen als so genannte Junk-Bonds oder Schrottanleihen. Das Rating „Single- B“ besagt, dass die Anleihen sehr spekulativ sind: Die Wahrscheinlichkeit, dass Zinsen nicht pünktlich gezahlt werden, schätzen die Bonitätsprüfer recht hoch ein, aktuell besteht jedoch keine Gefahr. Im C-Bereich ist große Vorsicht angesagt, auch hier gibt es Abstufungen von „Triple-C“ bis „Single-C“. Bei einem Dreifach-C kann nur ein sehr gutes wirtschaftliches Umfeld die Bedienung der Schulden noch sicherstellen. Bei „Double-C“ ist die Ausfallgefahr sehr hoch, bei „Single-C“ ist der Schuldner zum Teil schon in Zahlungsverzug. Ein einfaches „C“ ist bei Moody’s schon die unterste Ratingstufe, bei S&P und Fitch endet die Skala bei einem einfachen „D“.

Abstufungen: In den Bereichen „Triple-A“ bis „Triple-C“ gibt es noch feine Unterschiede. Die Zusätze „+“ und „- “ von S&P und Fitch bzw. die Ziffern „1“ und „2“ von Moody’s verdeutlichen die relative Stellung in der Hauptkategorie.

Liquidität: Die An- und Verkaufsspannen bei Anleihen sind recht groß, gerade, wenn die Bonds nicht liquide sind. Als liquide Standardtitel gelten Bonds ab einem Volumen von 500 Mill. Euro. Privatanleger können Bonds oft an der Börse, bei Online-Brokern oder Banken handeln. Sie bekommen aber schlechtere Konditionen als professionelle Anleger, die einen Bond über zum Beispiel 15 Mill. Euro ordern.

Transparenz: Für Anleihen gibt es keine so übersichtliche einheitliche Indizes wie für Aktien. Deshalb ist es schwierig, den Überblick über die Marktentwicklung zu behalten. Es gibt zwar zahlreiche Indizes von vielen Banken und für viele Anleihearten, die meisten sind aber nur Profi-Investoren zugänglich.

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