Finanzplanung
So reicht das Geld auch noch im Alter

Die Menschen in Deutschland werden älter und die Renten mickriger. Nicht Wenigen droht sogar Armut im Alter. Wie Sie im Ruhestand über die Runden kommen - und dabei sogar Steuern sparen.
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DüsseldorfWenndas Ersparte erst einmal ausgegeben und die Rente zu mickrig ist, ist es meist zu spät. Der Lebensstandard kann nicht mehr gehalten werden, oft droht sogar Altersarmut. Langlebigkeitsrisiko nennen Experten das. Doch gerade für Besserverdiener gibt es viele Wege, ihr Geld so anzulegen, dass es auch für ein langes Leben reicht.

Das Handelsblatt hat in Zusammenarbeit mit dem Financial Planning Standard Board Deutschlands (FPSB) ausgerechnet, wie das in der Praxis - am Beispiel der Familie Mustermann - aussieht.

Herr Mustermann ist 47 Jahre alt. Als Bereichsleiter einer mittelständischen Aktiengesellschaft liegt sein Bruttojahresgehalt bei 175.000 Euro. Seine 44-jährige Ehefrau verdient als Lehrerin 1800 Euro brutto pro Monat. Zur Familie gehören außerdem zwei schulpflichtige Kinder. Inklusive Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung kommen die Mustermanns auf jährliche Gesamteinnahmen von 229.587 Euro.

Dem stehen Lebenshaltungskosten von 188.054 Euro pro Jahr entgegen. Das bedeutet 4000 Euro im Monat - für Lebensmittel, Kleidung, Urlaub und kostspielige Hobbys wie Golf und Reiten; außerdem Steuern. Bleiben also 41.533 Euro pro Jahr, mit der das private Vermögen aufgebaut und das Alter abgesichert werden soll.

Das ist auch zwingend nötig, denn das Beispiel der Familie zeigt, dass mit Eintritt ins Rentenalter die Liquidität, also das zur freien Verfügung stehende Geld, schlagartig abnimmt. Kein Zweifel, den Mustermanns geht es jetzt zwar gut. Und sie leben auch gut. Damit sich das im Alter aber nicht ändern muss, müssen sie rechtzeitig die Weichen stellen. Denn die Einnahmen sinken im Rentenalter rascher als die Ausgaben; Experten reden von einer Unterdeckung.

Das Nettovermögen der Familie von derzeit 900.000 Euro - investiert in Wertpapiere, vermietete Immobilien, geschlossene Fonds und Beteiligungen - wird nicht ausreichen. Denn statistisch gesehen wird Herr Mustermann knapp 85 Jahre alt, seine Frau mit 88 Jahren noch etwas älter. Aber das ist nur Statistik. "Es ist gefährlich, mit einem Lebensalter von 80 oder 85 Jahren zu planen, weil man ja vielleicht doch 100 Jahre alt wird", sagt Hans-Joachim Vetter, Experte für Finanzplanung.

Familie Mustermann hat mehrere Möglichkeiten, vorzusorgen - mit und ohne Förderung. Herr Mustermann beispielsweise kann voll aus dem Topf der staatlich geförderten Altersvorsorge schöpfen, seine Frau - da sie Beamtin ist - mit Ausnahme der betrieblichen Altersvorsorge ebenfalls.

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Riestern ist angesagt

Kommentare zu " Finanzplanung: So reicht das Geld auch noch im Alter"

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  • Ich sehe das nicht ganz so radikal wie meine Vorredner. Habe allerdings auch etwas physisches Gold und eine Immobilie.
    Von Versicherungen kann ich nur abraten.

    Direktversicherung: Wer gesetzlich krankenversichert ist muss bei Auzahlung - dank Ulla Schmidt - 17% an die Krankenversicherung bezahlen.

    Riester: Immense Kosten, die i.d.R. die staatlichen Zuschüsse auffressen. Durch die lange Laufzeit ist man unflexibel.

    Rürup: siehe Riester.

    Im Handelsblatt sind übrigens auch sehr kritische Berichte zu finden. Die archiviere ich dann immer.

    Dieser Artikel ist einfach zum Wegwerfen und ich denke von einer Versicherung gesponsort.

  • Durch Geld ausgeben ist noch kein Mensch finanziell unabhängig geworden. Arbeit, Sparsamkeit und vermutlich etwas Demut ist hier m.E. eher angebracht. Wenn man das Leben der Einfachheit halber als Spiel betrachtet, das gewissen Regeln (z.B. Steuerrecht, Finanzmarktkenntnisse etc.) unterliegt, wird schnell klar, dass diejenigen auf der Gewinnerseite stehen, die die Regeln kennen und das Spiel somit auch spielen können. Sich mit den Regeln zu beschäftigen setzt allerdings ein gewisses Interesse und die notwendige Investition von Zeit voraus. Wer dazu nicht bereit ist, sollte sich aber auch nicht beschweren. Das eine Riesterrente oder eine Kapitallebensversicherung nicht die idealste Form der Altersvorsorge darstellen, liegt auf der Hand. Wobei ich jedoch von ausschließlichen Investitionen in physisches Gold oder Silber ebenfalls abraten würde, hier entsteht gerade die nächste Blase.

  • sehe das genauso wie meine Vorredner, mit diesen realitätsfremdem Gehaltsannahmen ist das ein lächerlicher Artikel.

    Die Frage ist doch nicht, wie wir Menschen mit einem Einkommen von 175000 EUR im Jahr vor der Armut bewahren, sondern, wie wir den normalen Angestellten vor Armut schützen, den der zwischen 20000 und 50000 EUR im Jahr verdient und den ganzen Laden hier durch seine täglich Arbeit am Laufen hält.

    In diesem Bereich bewegen sich die meisten Jobs......, wenn ich mit einem Jahresgehalt von 175tsd EUR im Jahr noch von Altersarmut bedroht bin, habe ich was falsch gemacht.

    Eigentlich eine Frechheit dieser Artikel.......einem Millionär zu erzählen, wie er denn nicht in Altersarmut rutscht...!?!

    Auswandern ist wohl wirklich die beste Lösung, ich gehöre zur NINJA-Generation und ich kann nur sagen mir steht es bis obenhin. Immer nur zahlen, zahlen, zahlen und bitte schön bis ich 70 bin, Mineralölsteuer, Lohnsteuer, Krankenkassenzuschüsse, Strompreisexplosion wenn das so weiter geht, ist der oben beschriebene Millionär vielleicht tatsächlich von Armut bedroht......vielleicht ist der Artikel doch gar nicht soweit weg von der Realität und die Botschaft lautet:

    ...wer nicht mindestens 175tsd EUR im Jahr verdient, kann gleich Hartz IV machen, da er aus eigener Kraft der Altersarmut sowieso nicht entkommen kann.

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