Fonds mit Kapitalgarantie
Viele Körbe bringen Sicherheit

Alles, was Anleger in Zeiten bebender Börsen interessiert, ist Sicherheit. Mit Investmentfonds verbinden viele private Investoren allerdings vor allem das Risiko eines Kapitalverlusts aufgrund einbrechender Aktienkurse. Eine Ausnahme bilden Fonds mit Kapitalgarantie. Was die Sicherheitsfonds bieten und welche Alternativen es gibt.

FRANKFURT. Anleger haben zuletzt massiv Geld aus den klassischen Fondsarten wie Aktien- und auch Rentenfonds abgezogen. Zu den wenigen Fondsgruppen, an die Anleger sich herantrauen, gehören Produkte mit Kapitalgarantie. In die Fonds haben Investoren in diesem Jahr mit 2,2 Mrd. Euro immerhin ein Zehntel des neuen Geldes für Fonds gesteckt. Diese Fonds versprechen, das eingesetzte Kapital mindestens zu erhalten. Was solche Sicherheitsfonds Anlegern bieten und mögliche Alternativen thematisiert diese Anleger-Akademie.

Grundsätzlich bieten Investmentfonds Sicherheit für Anleger in zweierlei Hinsicht. Erstens schützen Fonds das Kapital der Investoren gegen Insolvenz einer Fondsgesellschaft. Denn die Wertpapiere, die ein Fondsmanager vom Geld der Anleger kauft, deponiert er als Sondervermögen außerhalb des anbietenden Fondshauses bei einer Depotbank. Selbst wenn der Fondsanbieter oder die Depotbank pleitegeht, gelangen die Wertpapiere nicht in die Verwertungsmasse, sondern gehören voll den Anlegern. Der Unterschied etwa zu Zertifikaten wird aktuell schmerzhaft deutlich im Fall der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman. Besitzer von Lehman-Zertifikaten bangen gerade um ihr Geld, da diese Wertpapiere als Inhaberschuldverschreibungen voll in die Konkursmasse kommen.

Zweitens kauft ein Anleger mit einem Fonds immer ein Bündel von Wertpapieren. Damit puffert er das Risiko eines Wertverlusts einzelner Papiere im Fonds wie Aktien, Anleihen oder auch Zertifikate ab. An seine Grenzen kommt der Verlustpuffer allerdings, wenn der gesamte Markt einbricht. Dann verliert auch der Fonds. „Ein Fonds verringert das Risiko von Einzelwerten, nicht aber das Marktrisiko“, resümiert denn auch Thomas Bieler, Leiter der Finanzberatung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Fonds mit Kapitalgarantie versprechen Anlegern nun, genau dieses Marktrisiko ganz oder teilweise auszuschalten. Außer dieser Sicherheit erhalten Anleger die Chance, an der Wertentwicklung verschiedener Märkte teilzuhaben. „Die Strategien dieser Fonds klingen immer ein wenig wie eine Einladung zu einem free lunch“, sagt Christopher Wolter, Analyst beim Fonds-Researchhaus Feri Euro Rating. An den Kapitalmärkten gebe es aber kein „kostenloses Essen“ - also keine Chance auf Rendite ohne Anlagerisiken, sagt er. Wie gut sich solche Versprechen realisieren lassen, hängt neben der Entwicklung der Märkte von den einzelnen Produkten ab. Hinter dem Schlagwort „Garantiefonds“ verbergen sich höchst unterschiedliche Konzepte. Das Grundprinzip eines Fonds mit Kapitalgarantie ist ein Produkt mit begrenzter Laufzeit, bei dem der Anleger zum Lauftzeitende den vollen Anspruch auf Rückzahlung seines eingezahlten Kapitals hat. Aktuell gewähren die meisten Garantiefonds einen Rückzahlungsanspruch von 80 bis 100 Prozent, wie Wolter beobachtet hat. Andere Fonds kommen ohne Laufzeitbegrenzung aus. Sie arbeiten mit jährlichen Garantiestichtagen.

Folgendes Grundprinzip liegt allen Fonds zugrunde: Der Fondsmanager teilt das Anlagekapital in einen sicheren, den Rückzahlungsanspruch garantierenden Teil und in einen kleineren Teil, mit dem er Rendite erzielen will. Den Sicherheitsanteil steckt der Fondsmanager meist in Anleihen hoher Bonität mit planbaren Zinszahlungen. Den Rest legt der Fondsmanager beispielsweise am Aktienmarkt an. Gern werden bei Garantiefonds Trendfolgemodelle eingesetzt, bei denen Titel gekauft werden, wenn die Märkte steigen, und umgekehrt. Laufzeitfonds profitieren davon, wenn die Börsen kurz nach der Auflage des Fonds gut laufen. Denn dann bleibt der spekulative Teil des Kapitals erhalten und kann weiter eingesetzt werden. Wird das Spekulationskapital hingegen rasch aufgebraucht, können die Fonds nur noch auf sichere Anlagen setzen. Die Renditen der Fonds sind denn auch höchst unterschiedlich. Die allermeisten Fonds schrieben im vergangenen Jahr Verluste, wie Daten von Feri zeigen. Nur wenige heben sich mit Blick auf die vergangenen drei Jahren von Geldmarktrenditen um die drei Prozent im Jahr ab.

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