Frauenfinanzen
Wie Frauen den Umstieg absichern

Berufsunfähigkeitsversicherung oder Erwerbsunfähigkeitsrente? Altersvorsorge über Riester oder den Betrieb? Tagesgeld oder Investmentfonds? Berufstätige Frauen stehen vor grundsätzlichen finanziellen Überlegungen. Egal, ob sie neu anfangen, umsatteln oder in den Job zurückkehren. Eine Anleitung.

KÖLN. Drei Mädchen sitzen in der Küche und unterhalten sich über ihre Mütter: „Meine macht was Neues und ist dauernd unterwegs“, sagt das eine. „Meine geht wieder zur Schule und muss dauernd büffeln für die Prüfung. Sie knallt schon mal die Türen, wenn wir zu laut sind. Aber danach tut es ihr wieder Leid und sie kocht uns was Tolles. Beim Essen erzählt sie dann witzige Geschichten von ihrer Klasse und den Lehrern“, erzählt das zweite. „Meine Mama hat sie endlich, diese Stelle“, sagt die Jüngste. „Morgens geht sie ganz früh los. Und Jochen kümmert sich um mich, damit ich nicht zu spät zur Schule komme. Früher fand ich ihn nur doof, doch jetzt ist er okay ...“

Renate H. (48), die erste dieser Mütter, hat gerade umgesattelt, von der Beamtin in leitender Position zur angestellten Führungskraft. Sie hat sich diesen Schritt nicht lange überlegt, da sie, als das Angebot kam, sofort wusste: Das ist es! Und sie hat sich ausführlich beraten lassen. Wir fanden erst keinen Termin und mussten uns an einem Sonntag treffen. Doch ich, ihre langjährige Frauenfinanzberaterin, war sofort angesteckt von ihrer Euphorie. Das geht mir immer so, wenn Aufbruchstimmung herrscht bei Frauen und durchgerechnet werden muss, ob auch die Kohle stimmt.

Beim ersten Punkt, den wir besprechen, geht es ums Gehalt, das sie verhandeln kann. Man hatte ihr signalisiert, dass man nicht zimperlich ist, da man sie haben will. Ein etwas höheres Netto darf es also durchaus sein, findet Frau H. Doch die Berechnungen sind komplex: Nun gehen vom Bruttogehalt nicht mehr nur die Steuern, sowie Kranken- und Pflegeversicherungen ab, sondern auch noch Beiträge für Renten- und Arbeitslosenversicherungen. Allein der Beitrag für die gesetzliche Rente beträgt 1 044,75 Euro im Monat, davon trägt sie die Hälfte. Dann erhöhen sich die Prämien für die Private Krankenversicherung, weil nicht nur ihre eigenen neu berechnet werden, sondern auch die der Tochter. Sie selbst wechselt vom Quoten- zum Volltarif und muss zusätzlich einen möglichen Verdienstausfall absichern. Das neue Nettoeinkommen muss zudem die Lücken kompensieren, die erst im Alter und bei Dienst- oder Berufsunfähigkeit auftreten – nur durch den Statuswechsel. Sie muss also private Beiträge aufwenden, um eine Angleichung an das alte Niveau zu schaffen.

Die Liste der Jahresposten summiert sich auf fast 30 000 Euro, die der Ausgleich kostet und aus dem Netto aufgewendet werden muss. Mit dem wichtigsten Baustein fangen wir an: der Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Prämie liegt bei 5 000 Euro im Jahr, wenn die Absicherung 3 500 Euro beträgt und bis zum 65. Lebensjahr verabredet wird. Renate H. muss gut verhandeln.

Die Mutter der Jüngsten, Sophie L. (31), hat ihren ersten Vollzeitjob. Nach Studium und Kinderpause mit freier Honorararbeit als Lektorin soll es nun richtig losgehen. Ihr Freund Jochen kümmert sich ums Kind. Er kann dies tun, weil er freiberuflich ist. Sophie L. treiben für Berufseinsteigerinnen typische Gedanken um: Riesterrente oder nicht, Sparplan mit Investmentfonds, Berufsunfähigkeitsversicherung, Gehaltsumwandlung. All diese Punkte will sie besprechen. Sie verdient anfangs 3 000 Euro brutto, später besteht die Aussicht auf mehr.

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