Fünf Fragen an: Rainer Hahn
„Wir befinden uns auf einem Rekordhoch“

Rainer Hahn ist Vorstand von EMFIS Consulting in Singapur. Dem Handelsblatt erklärt er, was Investitionen in Indien so attraktiv für deutsche Anleger macht, wie riskant eine Geldanlage ist und welche Art der Investition den größten Erfolg verspricht.
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Was macht Investitionen in Indien und in dem südlichen Asien so attraktiv für deutsche Anleger?

Indien und der gesamte südliche und südostasiatische Raum hat durch seine hohe Bevölkerungsdichte ein sehr großes Nachfragepotenzial. Als neuer Outsourcing- und Produktionsstandort profitiert Indien davon, dass hier viel investiert wird und dadurch das Wachstum steigt. Die Infrastruktur muss weiterhin an vielen Stellen verbessert werden, was dieser Region noch über Jahrzehnte hinweg ein stabil hohes Wirtschaftswachstum garantieren sollte.

Wie riskant ist eine Geldanlage in der Region? Wie kann man das Risiko minimieren?

Die Risiken liegen primär im Investitionszugang für ausländische Investoren. Es gibt nur eine verhältnismäßig geringe Anzahl von handelbaren indischen Aktien in Europa. Eine breite Streuung und Risikominimierung bieten breit aufgestellte Fonds oder Zertifikate. Die Anleger sollten unbedingt darauf achten, dass diese Fonds entsprechend liquide sind, damit sie auch ihre Gewinne realisieren können.

Ist der Markt bereits überhitzt?

Darüber gibt es schon seit mehr als zwei Jahren Diskussionen. Heute befinden wir uns auf einem Rekordhoch. Aber die indischen Unternehmen weisen ein überdurchschnittlich hohes Gewinnwachstum zwischen 20 und 25 Prozent pro Jahr auf. Damit stimmt dann auch selbst ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis wieder. Somit denke ich nicht, dass wir in Indien von einer Überhitzung sprechen können.

Welche Art Investition verspricht den größten Erfolg?

Die große Wachstumsbremse ist die nach wie vor mangelhafte Infrastruktur. Straßen, Energieversorgung, logistische Knotenpunkte und wichtige Businessparks müssen verbessert werden. In diesen Sektor werden künftig hohe Investitionen fließen. Das Wachstum von Infrastrukturunternehmen ist aufgrund der unausweichlichen Verbesserung relativ sicher und dürfte Investoren über mehrere Jahre hinweg gute Renditen einspielen. Aber auch die Pharma- und Generikabranche expandiert kräftig und könnte ein essentieller Standort werden. Die Kapitalkraft und Forschungsabteilungen dieser Unternehmen sprechen für diesen Sektor. Abdecken sollte man diese Chancen über entsprechende Fonds oder gar Themenfonds.

Was sollten die Anleger unbedingt beachten?

Eine breite Streuung ist in Schwellenländern wie Indien besonders wichtig. Die Transparenz des indischen Aktienmarktes in den Medien lässt bislang leider zu wünschen übrig. Dadurch könnten Fehlinterpretationen entstehen, die sich in einem Depot negativ auswirken könnten.

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