Future-Bund
Die Dynamik lässt nach

Seit der Wende geht es aufwärts: Fast 18 Jahre lang liegt der Bund-Future, ein Kontrakt auf fiktive Bundesanleihen, im Aufwärtstrend. Doch seit Dezember ist die Aufwärtsbewegung deutlich gebremst worden. Die Stimmung an den Staatsanleihemärkten im Euro-Raum hat sich deutlich abgekühlt.

FRANKFURT. Es ist fast schon unheimlich, aber technisch gesehen liegt der Bund-Future schon seit über 18 Jahren in einem Aufwärtstrend. Erstmals notiert wurde der Terminkontrakt auf langlaufende deutsche Bundesanleihen - damals noch als DM-Bund-Future - am 23. November 1990. Anfang Januar 1991 erreichte er mit 81,82 Prozent den tiefsten Schlusskurs seiner Historie. Natürlich ging es auch danach immer wieder Auf und Ab und zum Teil gab es heftige Rückschläge. Aber: Die Kurse fielen nie wieder unter die Marke von 81,82 Prozent.

Der Bund-Future ist ein Kontrakt auf fiktive Bundesanleihen mit einem Zinsschein von sechs Prozent und Laufzeiten von 8,5 bis zehn Jahren. Er selbst hat eine Laufzeit von nur neun Monaten. An der Terminbörse Eurex werden je drei Kontrakte parallel gehandelt. Derzeit ist der im Juni fällige Bund-Future der umsatzstärkste und damit führende Kontrakt. Am Ende der Laufzeit müssen die Verkäufer des Kontrakts den Käufern Bundesanleihen liefern oder sich von dieser Verpflichtung mittels Gegengeschäften - also durch den Kauf des nächsten führenden Bund-Futures - lösen.

Weil der Bund-Future sehr gut mit geringem Kapitaleinsatz handelbar ist und auf Erwartungen der Marktteilnehmer basiert, ist er ein Indikator für die zukünftige Entwicklung der langfristigen Kapitalmarktzinsen. Er gilt als Messlatte für die Stimmung an den Staatsanleihemärkten im Euro-Raum. Steigt der Kurs des Bund-Futures, sinken die Renditen der Staatsanleihen und umgekehrt.

Sein Allzeithoch erreichte der Bund-Future - getrieben durch die Angst vor Rezession und der Flucht in sichere Anlagen - am 15. Januar dieses Jahres. Im Tagesverlauf stieg er damals bis auf 126,53 Prozent. Am 6. März, dem Tag des Wechsels vom März in den Juni-Kontrakt, nahm er erneut Angriff auf diese Marke und stieg bis auf 126,52 Prozent. Beim Kurs von 126,50 Prozent sehen technische Analysten deshalb jetzt einen starken Widerstand.

"Der übergeordnete Aufwärtstrend ist intakt, aber es wird nicht leicht, die Marke von 126,50 Punkten zu überwinden", sagt Jörg Scherer, technischer Analyst bei HSBC Trinkaus. Mit dem Aufwärtstrend bezieht sich Scherer aber nicht auf die ganz lange Sicht zurück bis 1991, sondern auf die jüngste Aufwärtsbewegung des Bund-Futures, die im vergangenen Juli beim Kurs von 109,80 Prozent begann.

Seit Anfang Dezember ist die Aufwärtsbewegung aber gebremst, denn obwohl der Bund-Future seither die neuen Allzeithochs markierte, fiel er zwischenzeitlich auch wieder deutlich zurück. Dabei erholte er sich aber wieder, nachdem er am 12. Dezember und am 9. Februar auf knapp über 121,50 Prozent gefallen war. "Die Marke von 121,50 Prozent ist eine tragfähige Unterstützung", sagt Ansgar Krekeler, Händler bei der WGZ Bank. Das sieht auch Scherer von HSBC Trinkaus so. "Wenn der Bund-Future aber unter 121,50 Prozent fallen würde, hätten wir einen Trendbruch." Dieser würde den Bund-Future schnell weiter fallen lassen. Als nächste Unterstützung gelte in diesem Fall die Marke von 118,50 Prozent, einem wichtigen Hochpunkt vom März vergangenen Jahres, dessen Überwindung im Herbst eine tragfähige Unterstützung beziehungsweise Bodenformation abgeschlossen habe.

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