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Achterbahn für Anleger

Devisenkurse bergen hohe Risiken. Aber mit gezielten Wetten auf Währungen lässt sich auch viel Geld verdienen.

FRANKFURT. Wer sich bei seiner Geldanlage nicht auf den Euro-Raum beschränken, sondern international diversifizieren möchte, der wird fast zwangsläufig zum Währungsspekulanten. Denn mit jedem Wertpapier, das in einer ausländischen Währung notiert ist, ist ein Wechselkursrisiko verbunden. Und das ist kein kleines Risiko. Die Wechselkursschwankungen selbst zwischen den großen Währungen der Welt stellen das Kursrisiko in den Schatten, mit dem man Anleiheinvestments kalkulieren muss und können es mit dem Kursrisiko bei Aktien leicht aufnehmen. So war der Dollar im Frühjahr 2000 rund 1,25 Euro wert, Ende 2004 waren es noch 73 Euro-Cent. Wer also Anfang 1999 amerikanische Aktien in sein Depot nahm, den kosteten bis 2004 Währungsverluste vierzig Prozent seiner Investitionssumme.

Dieses zusätzliche Risiko, das ja auch eine zusätzliche Chance darstellt, kann man allenfalls eingehen, wenn man nicht risikoscheu ist, oder gar das Risiko liebt. Man kann es auch ausschließen, oder zumindest begrenzen.

Dafür gibt es einen ganzen Strauß von Möglichkeiten, die selbstverständlich alle nicht umsonst sind. Die einfachste Möglichkeit, ohne Wechselkursrisiko in ausländische Aktien zu investieren sind Indexzertifikate deren Wert in Euro sich direkt nach dem Indexstand richtet. Dabei übernimmt der Emittent das Wechselkursrisiko und lässt sich dies in der Regel dadurch vergüten, dass er die Dividendenzahlungen der im Index befindlichen Unternehmen einbehält.

Wer dagegen das Wechselkursrisiko über Optionen und Futures auf die betreffenden Devisen ausschließen will, braucht entweder sehr viel Fachwissen oder gute Beratung.

Oft geht die Verbindung von Währungsspekulation und Investition in ausländische Wertpapiere aber auch in die umgekehrte Richtung. Dann ist das Währungsrisiko nicht eine mehr oder weniger unerwünschte Dreingabe zu der eigentlich angestrebten Investition, sondern die ausländischen Wertpapiere sind das Vehikel, um mit einem Zusatzertrag auf eine bestimmte Währungsentwicklung zu spekulieren. So kann der Anleger etwa auf einen steigenden Dollar setzen, indem er zinstragende amerikanische Wertpapiere oder Aktien kauft. Die Zinsen, Dividenden und erhofften Wertsteigerungen bessern dann den Gesamtertrag der Währungswette auf.

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