Handelsblatt-Anleger-Akademie
Aktien, ja – aber welche?

Trotz der Kursverluste in jüngster Vergangenheit führt nach Ansicht von Bankstrategen kein Weg an dieser Anlageklasse vorbei. Worauf es jetzt ankommt.

FRANKFURT. Unterhalten sich Privatanleger über das Thema Aktien, dann fällt immer wieder mal der Satz: „Ich habe meiner Frau damals nach den Erfahrungen am Neuen Markt versprechen müssen, nie wieder Aktien zu kaufen.“ In der Tat sitzen viele Kleinanleger noch immer auf massiven Verlusten von damals. Der banale Grund: Sie haben zu jener Zeit schlicht vergessen, sich ein Limit zu setzen, damit rechtzeitig auszusteigen und zumindest die Verluste zu begrenzen. Damit einher geht ein weiterer Fehler, den Kleinanleger beim Thema Aktien über alle Börsenphasen hinweg immer wieder gemacht haben: Sie steigen in Phasen des Aufschwungs viel zu spät ein und umgekehrt viel zu spät aus, wenn es nach unten geht.

Kurzum: Fehler können Investoren beim Thema Aktien genügend machen. Auf der Gegenseite sind die Renditechancen aber auch so groß wie bei keiner anderen Anlageklasse. Das belegen Untersuchungen der vergangenen Jahrzehnte.

Aktien sind für viele Anleger im Moment aber auch deshalb wieder ein Thema, weil der seit über drei Jahren andauernden Phase stetig steigender Kurse in den letzten Wochen die von vielen als gesund empfundene Abkühlung gefolgt ist. Für den überwiegenden Teil der Experten großer Banken ergeben sich dadurch wieder günstige Einstiegskurse, speziell bei den Schwergewichten im Deutschen Aktienindex (Dax) und im für die Euro-Zone maßgeblichen Index Euro Stoxx 50.

„Im Dax und im Euro Stoxx 50 sind die Bewertungen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von zwölf historisch niedrig“, sagt Klaus Holschuh, Leiter des Bereichs Research und Volkswirtschaft bei der genossenschaftlichen DZ Bank. Im langfristigen Durchschnitt galten Bewertungen mit 15- bis 16-fachem KGV als normal. Insofern sind die meisten Aktien seit Jahren deutlich günstiger als in den Jahrzehnten davor.

Hinzu kommt der weiter steigende Gewinntrend. Allein 17 der 30 Dax-Werte haben das erste Quartal des laufenden Jahres besser als erwartet abgeschlossen, nur zwei enttäuscht. „Aber noch immer sind die meisten Privatanleger nicht dabei“, resümiert Holschuh. Dabei wäre bei rechtzeitigem Einstieg in den letzten Jahren bei vielen Aktien eine Verdoppelung des Einsatzes möglich gewesen.

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