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Banken bieten Geld für Bildung

Immer mehr Banken bieten Studienkredite an. Erste Zahlen zeigen, dass die Studenten bei der Höhe der Kredite sehr vorsichtig sind - und das zu Recht. Denn nur, wenn die angehenden Akademiker wichtige Regeln beachten, lohnen sich die Darlehen wirklich.

DÜSSELDORF. Für rund 200 000 Abiturienten kam in den vergangenen Wochen wichtige Post: Nicht nur die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen verschickte erst vor wenigen Tagen ihre Studienplatzbescheide, auch viele Universitäten und Fachhochschulen gaben bekannt, wer einen der begehrten Plätze bekommt. Für die meisten angehenden Akademiker bedeutet das: Sie müssen nicht nur in die erste eigene Wohnung ziehen, sich mitunter einen Nebenjob suchen, sondern immer häufiger auch einen Kredit aufnehmen.

Spätestens seitdem zahlreiche Bundesländer beschlossen haben, demnächst Studiengebühren einzuführen, wird es für einige Studenten eng. Denn obwohl meistens nur rund 500 Euro pro Semester fällig werden, können sie den Betrag teilweise nicht mehr aufbringen und müssen entweder neben den Vorlesungen jobben, oder ihr Studium über ein Darlehen finanzieren.

Die Banken haben darauf längst reagiert. Als erstes Institut hat die Deutsche Bank vor rund einem Jahr ein eigenes Studienfinanzierungsangebot entwickelt. Seitdem haben nicht nur die staatseigene KfW, die ihre Kredite über Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Hypo-Vereinsbank vertreibt, und die Dresdner Bank, sondern auch zahlreiche kleinere Institute nachgezogen. Zudem bietet der deutsche Sparkassen- und Giroverband noch ein weiteres, eher langfristig ausgelegtes Modell an, das sich vor allem auf die Kombination einer Ansparphase vor dem Studium und einen späteren Kredit stützt. Und zumindest die Marktführer sind mit den bisher erreichten Zielen zufrieden. „Seit dem Start des Programms wurden unsere Erwartungen sogar übertroffen", sagt Michael Lermer, Sprecher der Deutschen Bank.

Dabei sprechen zumindest die nackten Zahlen auf den ersten Blick eine andere Sprache. So hat die Deutsche Bank bisher nur rund 4 500 Kreditverträge mit Studenten abgeschlossen, die KfW verzeichnet in den ersten drei Monaten (April, Mai, Juni) seit der Auflage des Programms rund 6 000 Zusagen. Die Dresdner Bank will sich, da sie erst vor kurzem die Pilotphase beendet hat, erst gar nicht konkret dazu äußern. Ein echtes Geschäft, mit dem hohe Gewinne erzielt werden, sind die reinen Kredite für die meisten Institute ohnehin nicht.

Dass die Banken die ersten Monate dennoch als Erfolg werten, hat einen einfachen Grund. Für sie steht nicht unbedingt die Anzahl der abgeschlossenen Kredite im Vordergrund, sondern der Zugang zu den Studenten. Denn gerade die angehenden Akademiker gelten als eine der attraktivsten Zielgruppen in der Finanzbranche. Immerhin bauen einige Dienstleister wie beispielsweise MLP fast ausschließlich auf diese Klientel. Auch die Commerzbank plant daher, noch in diesem Jahr den KfW-Studienkredit in ihren Filialen anzubieten.

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