Handelsblatt Anleger-Akademie
Bloß nichts überstürzen

Ganz gleich, ob es Schiffs- und Medienfonds, den Sparerfreibetrag oder die Spekulationsfrist betrifft – fast an allen Fronten greift der Fiskus dem Anleger entweder schon jetzt oder in der nahen Zukunft tiefer in die Tasche. Viele Anleger versuchen nun, durch gezieltes Umschichten ihrer Gelder diese vor dem Fiskus zu sichern. Doch Vorsicht ist geboten: Denn wer voreilig handelt, zahlt eventuell sogar drauf.

DÜSSELDORF. Einige klassische Steuersparmodelle hat der Gesetzgeber längst gestrichen. Bei Schiffs- und Medienfonds sind die steuerlichen Vorteile bereits zum großen Teil Geschichte. Anfang 2007 soll zudem der Sparerfreibetrag deutlich gesenkt werden. So können Alleinstehende demnächst nur noch Zinseinnahmen in Höhe von maximal 750 Euro, Verheiratete von höchstens 1 500 Euro jährlich verbuchen, ohne dass sie dem Finanzamt einen Teil überweisen müssen.

Zurzeit gelten noch Grenzen von 1 370 beziehungsweise 2 740 Euro. Vor allem Kleinanleger trifft die Kürzung des Sparerfreibetrags hart. Bei einem angenommenen Zinssatz von drei Prozent können Verheiratete – falls die Werbungskostenpauschale unverändert bleibt – nur noch 53 400 Euro anlegen, ohne dass der Fiskus am Jahresende die Hand aufhält. Bei Singles liegt die neue Obergrenze bei 26 700 Euro. Zurzeit kann noch fast doppelt so viel angelegt werden, ohne dass auf die Zinsen Steuern fällig werden.

Gerade für klassische Sparer, die ihr Geld vor allem sicher auf Tagesgeldkonten, in Geldmarktfonds oder Bundesschatzbriefen investieren, ist die neue Regelung ein Problem. Denn im Gegensatz zu Dividenden, die dem Halbeinkünfteverfahren unterliegen, werden diese Zinsen bei der Berechnung der Steuern voll berücksichtigt.

Besonders aufpassen müssen Inhaber von Bundesschatzbriefen Typ B. Denn bei diesen Papieren werden die Zinsen über mehrere Jahre angesammelt und erst am Ende der gesamten Laufzeit dem Anleger gutgeschrieben. Bereits bei einem Anlagevolumen von 5 000 Euro ist bei einem angenommenen jährlichen Zins von drei Prozent nach fünfjähriger Laufzeit der Freibetrag eines Singles überschritten.

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