Handelsblatt Anleger-Akademie
Das ABC der Teilschutzzertifikate

Bonuszertifikat: Trotz des viel versprechenden Namens gibt es beim Kauf eines Bonuszertifikats nichts geschenkt. Der Anleger erhält eine festgelegte Rückzahlung am Ende der Laufzeit, falls die zu Grunde liegende Aktie den Bonuskurs nicht übersteigt und während der Laufzeit nicht auf oder unter die so genannte Bonusschwelle gefallen ist. Die Rückzahlung entspricht genau dem Bonuskurs. Endet die Aktie oberhalb oder unterhalb des Korridors, bekommt der Kunde die Aktie bzw. bei Indexpapieren den Gegenwert ausbezahlt. Die Dividenerträge des Basiswertes behalten die Banken.

Discountzertifikat: Im Vergleich zum direkten Kauf einer Aktie oder eines Indexes erhält der Anleger beim Kauf einen Rabatt (Discount) auf den aktuellen Kurs. Bis zu einer bestimmten Obergrenze (Cap) entwickelt sich das Papier exakt wie der Basiswert. Im Plus liegt der Anleger bei steigenden, stagnierenden und – bis zur Höhe des Discounts – auch bei fallenden Kursen. Fallen die Kurse stärker zurück, macht der Anleger zwar Verluste, diese fallen durch den Puffer aber geringer aus als beim Direktinvestment. Allein bei stark steigenden Kursen schneidet der Anleger auf Grund der Deckelung schlechter ab als bei der Direktanlage.

Rolling-Discount: Diese Produkte erlauben ein endloses Investment in Discounter. Volatilitätsveränderungen wirken sich weniger stark aus als bei herkömmlichen Rabattpapieren. Der Emittent investiert monatlich in fiktive Discountzertifikate mit einer Restlaufzeit von je einem Monat. Bei stagnierenden Aktienmärkten kann auf diese Weise Monat für Monat eine Prämie vereinnahmt werden, während sich die Kurse nicht bewegen. Auf Basis von zwölf Monaten ist der Rabatt bei Rolling-Discountpapieren gegenüber dem Basiswert höher als bei klassischen Discountzertifikaten mit gleicher Laufzeit. Bei jeder Umschichtung passen die Emittenten Obergrenze und Rabatt an das aktuelle Marktniveau an.

Airbagzertifikat: Airbagzertifikate bieten einen Puffer gegen Kursrückschläge. Anleger erhalten zum Laufzeitende 100 Prozent des Nominalwerts auch dann ausgezahlt, wenn die Pufferzone zeitweise nach unten verlassen wurde, der Basiswert am Laufzeitende aber wieder in der Zone notiert. Es gibt auch Airbags, die den Anleger stets besser stellen als den zugrunde liegenden Index.

Fallstricke, die Anleger beachten sollten

Kosten: Anleger sollten bei der Abwägung, ob sie direkt in den jeweiligen Basiswert oder in ein Bonuszertifikat investieren, die Kosten nicht vernachlässigen. Gerade bei neu aufgelegten Papieren sind die Ausgabegebühren von Emittent zu Emittent sehr unterschiedlich. Außerdem verzichtet der Anleger auf die Dividende. Da diese je nach Basiswert durchaus vier Prozent des Aktienwerts ausmachen kann, müssen auch diese entgangenen Einnahmen berücksichtigt werden.

Konstruktionen: Viele Anleger meinen, sie gingen mit Zertifikaten eine Wette gegen den Emittenten ein. Tatsächlich verbirgt sich hinter jedem Zertifikat ein entsprechendes Gegengeschäft des Emittenten an den Aktien-, Anleihe- oder Terminmärkten. Jedes Emissionshaus verdient an der Differenz zwischen An- und Verkaufskursen („Spread“), die laufend gestellt werden müssen, sowie an den Finanzierungsgebühren.

Steuern: Erzielt ein Anleger mit dem Kauf von Discountzertifikaten Erträge, so sind diese nach Ablauf der zwölfmonatigen Spekulationsfrist steuerfrei.

Bonität: Sehr wichtig bei langfristigen Anlagen in Zertifikate ist die Zahlungsfähigkeit des Emittenten. Da die Papiere als Inhaberschuldverschreibungen konstruiert sind, ist der Handelspartner des Anlegers nicht der Kapitalmarkt, sondern die Bank, die das Zertifikat verbrieft hat. Wird die Bank zahlungsunfähig, ist das angelegte Geld wahrscheinlich verloren. Bonitätsratings geben Auskunft.

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