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Der Inflation ein Schnippchen schlagen

Teuerungsraten: Die Inflation ist eine große Gefahr für festverzinsliche Wertpapiere. Denn steigende Teuerungsraten müssen von der Rendite abgezogen werden. In Deutschland und im gesamten Euro-Raum liegt die Inflationsrate derzeit bei zwei Prozent. Volkswirte erwarten einer Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge, dass die Inflationsrate auch in fünf Jahren noch bei 1,9 Prozent liegt.

Inflationsschutz: Anleihen mit einem Schutz vor Inflation bieten eine niedrigere Verzinsung als herkömmliche Anleihen. Dafür werden die Kupons und der Rückzahlungsbetrag an ein Inflationsmaß angepasst. Im Euro-Raum ist dies oft der harmonisierte europäische Verbraucherpreisindex ohne Tabak.

Auswahl: Nach Berechnungen der britischen Investmentbank Barclays Capital sind in 22 Ländern inflationsgeschützte Anleihen über insgesamt 888 Mrd. Euro im Umlauf. Im Euro-Raum gibt es so genannte Linker (Inflation Linked Bonds) aus Frankreich, Italien, Griechenland und seit März auch aus Deutschland. Im Euro-Raum stehen Linker über rund 170 Mrd. Euro aus.

Strategien: Anleger, die inflationsgeschützte Bonds kaufen, gehen damit eine Wette auf die Inflation ein. Sie stehen mit dem Kauf der Papiere nur dann besser da als mit herkömmlichen Bonds, wenn die Inflation stärker steigt als der Markt erwartet. Anleger, die einfach nur auf Nummer sicher gehen wollen, fahren dennoch gut mit Linkern, zum Beispiel für die Altersvorsorge. Denn wie hoch die Inflationsrate in zehn oder gar 30 Jahren ist, lässt sich heute nur schwer absehen.

Fallstricke, die Anleihen-Anleger beachten sollten

Hohe Erwartungen: In den vergangenen Jahren konnten Anleger mit Staatsanleihen und Rentenfonds wenig falsch machen. Die Kurse der Papiere stiegen stetig, und die Renditen fielen. Im Schnitt erwirtschafteten Fonds mit dem Schwerpunkt auf Staatsanleihen aus dem Euro-Raum auf Fünf-Jahres-Sicht Erträge von 4,30 Prozent. Jetzt ist die Lage aber viel schwerer, und in diesem Jahr gab es Verluste.

Hohe Kosten: Beim Kauf von Rentenfonds zehren die Ausgabeaufschläge an der mageren Rendite. Auch der Direktkauf von Anleihen kostet Geld. Kostenlos gibt es Bundesanleihen bei der Bundeswertpapierverwaltung.

Hohe Steuern: Anleger, die ihre Zinsfreibeträge ausgeschöpft haben, müssen die Zinserträge versteuern. Bei Steuersätzen von bis zu 50 Prozent macht das die Hälfte der Rendite zunichte.

Hohe Inflation: Die Inflationsrate von derzeit in Deutschland zwei Prozent zehrt ebenfalls empfindlich an der Rendite. Es gibt jedoch auch Anleihen, deren Zins- und Tilgungsrate an die Inflationsrate gekoppelt ist.

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