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Die rechte Balance im Depot

Die Auswahl an verzinsten Wertpapieren ist riesig. Obwohl die Renditen vergleichsweise niedrig sind, sollten Anleger aber nicht ganz auf Renten verzichten.

FRANKFURT. Täglich kommen weltweit neue Anleihen auf den Markt. Staaten aus Industrie- und Schwellenländern, staatsnahe Institutionen wie die KfW Bankengruppe, Banken, Versicherer und andere Unternehmen geben stetig Zinspapiere in allen möglichen Währungen aus, um sich oder ihr Geschäft zu finanzieren. Im vergangenen Jahr platzierten Emittenten rund um den Globus Anleihen über insgesamt 5 900 Mrd. Dollar. Und bei Anlegern – gerade in Deutschland – gehören Anleihen zu den beliebtesten Wertpapieren. Allein in Rentenfonds haben deutsche Anleger nach Berechnungen der Fondsgesellschaft DWS 172 Mrd. Euro angelegt.

Und dennoch ist es um das Wissen der Privatinvestoren nicht gerade gut bestellt: 44 Prozent aller Frauen und 36 Prozent aller Männer meinen, dass Rentenfonds ihre gesetzliche Rente absichern – das ist zumindest das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Fondsgesellschaft Axa Investment Managers unter 1 000 Deutschen.

Dabei sind Rentenfonds natürlich schlichtweg Fonds, die in Rentenpapiere investieren. Und „Renten“ ist eine der Bezeichnungen für verzinste Wertpapiere, auch Anleihen oder Bonds genannt. Sie funktionieren wie eine Art Kredit über den Kapitalmarkt. Ein Schuldner nimmt einen bestimmten Betrag auf und verpflichtet sich, die Summe am Ende der Laufzeit zurückzuzahlen. Während der Laufzeit bekommt der Anleger Zinsen, die durch den Zinsschein oder Kupon schon bei der Emission festgelegt werden. Der Kupon kann fix sein und sich während der gesamten Laufzeit nicht ändern oder variieren, dann spricht man von einer variabel verzinsten Anleihe oder einer Floating Rate Note (Floater). Bei manchen Anleihen – so genannten Null-Kupon-Anleihen oder Zero-Bonds – gibt es die Zinsen erst am Laufzeitende. Einige Anleihen laufen unbegrenzt.

Diese Anleihen können Anleger – wie andere Bonds auch – an der Börse oder über Banken handeln. Während der Laufzeit gibt es natürlich Kursschwankungen. Dann verändert sich auch die für Investoren wichtige Rendite. Die jährliche Rendite berechnet sich im Prinzip aus dem Verhältnis des Rückzahlungs- oder Nominalwerts von 100 Prozent im Vergleich zum nominalen Zins und dem aktuellen Kurs. Deshalb sinkt die Rendite einer Anleihe, wenn der Kurs steigt und umgekehrt. Nur wenn der Kurs bei 100 Prozent liegt, entspricht die Rendite auch dem Nominalzins.

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