Handelsblatt Anleger-Akademie
Geldanlage für Abenteurer

Fernab von Aktien und Anleihen bietet das Thema Geldanlage auch jede Menge Spielraum für Spezialitäten, teilweise sogar Abstrusitäten. Den Versuch, Geld zu vermehren, gibt es in nahezu allen Bereichen, angefangen von Kunst-, Oldtimer- oder Briefmarkensammlern, bis hin zu modernen Formen wie Überraschungseiern („Ü-Eiern“) oder Barbie-Puppen.

FRANKFURT. Anleger, die hier auf Wertsteigerungen setzen und damit durchaus gut fahren, gibt es seit langem. Wobei bei den meisten stets das Sammeln und weniger das Geldvermehren im Vordergrund steht. Aber auch den klassischen Anlageformen kann man sich auf ganz besondere Weise nähern: So finden sich in der Aktienanalyse beispielsweise neben den traditionellen Bewertungsmethoden wie Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder der technischen Analyse ebenfalls jede Menge mehr oder weniger seriöse Varianten, mit denen das Steigen und Fallen der Kurse vorhergesagt werden soll.

Sogar die Sterne werden zu Rate gezogen: „Während der klassische astrologische Glücksaspekt in Bezug auf Geldanlagen und Spekulationen in Verbindung zu Jupiter und Venus zum fünften Haus ausgedrückt wird, gibt es dazu auch positive Erfahrungen in Verbindung von Sonne und Mond zum fünften Haus zur Venus“, schreibt die Autorin Annemarie Zimmermann in ihrem Buch „Börsenerfolg als astrologisches Schicksal“. Das fünfte Haus steht dabei übrigens für das klassische Spekulationsgeschick. In den USA – wo auch sonst – gibt es unter Investmentprofis sogar eine treue Gemeinde, die an diese Theorien glaubt.

Hier zu Lande findet sich stattdessen eine wachsende Anzahl von Anlegern, die die Spekulationen und das hohe Kurspotenzial quasi lebloser Aktien entdeckt haben. „Mantelspekulation“ heißt das faszinierende Zauberwort, das sie anzieht. Renditen von mehreren tausend Prozent, aber auch der Totalverlust sind dabei möglich.

Die Idee hinter der Mantelspekulation ist denkbar simpel: Auch wenn ein Unternehmen insolvent und/oder operativ nicht mehr tätig ist, werden dessen Aktien oft an der Börse weitergehandelt. Ihr Kurs liegt dann nur noch bei wenigen Cent und die Umsätze sind denkbar gering. Auf der Gegenseite gibt es aktuell viele Unternehmen, die an die Börse streben, aber die hohen Kosten und Mühen scheuen, die mit einem Börsengang in Verbindung stehen. Sie suchen nach leeren Börsenhüllen, bringen dort Geschäft oder Vermögen ein und sind so zügig und ohne hohe Kosten börsennotiert. Die Konsequenz: Der Kurs der bis dato leblosen Aktie explodiert.

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