Handelsblatt Anleger-Akademie
In fünf Schritten zum richtigen Zertifikat

Basiswert:
Bei der Auswahl der Bezugsgröße für das Zertifikat gilt die Portfoliotheorie: Welches Länder- oder Branchenrisiko passt zum restlichen Depot? Soll in Anleihen, Aktien oder Rohstoffe investiert werden? Im Gegensatz zur reinen Einzeltitelauswahl von Aktien können Anleger mit Zertifikaten gebündelte Risiken einkaufen, zum Beispiel in Form von Indizes wie dem Dax. Auch auf Basiswerte, die sonst nur schwer für Privatleute zu kaufen sind, zum Beispiel Rohstoffe, können Anleger mit Zertifikaten setzen.

Markterwartung:
Bei diesem Schritt müssen Anleger in die Zukunft denken: In welche Richtung wird sich der Basiswert entwickeln? Nur wer eine Markterwartung hat, kann nach einem Papier suchen, das von der erwarteten Entwicklung profitiert. Denn ein Zertifikat verknüpft den Basiswert mit einer Wette auf dessen Entwicklung, die mit Hilfe von Optionen nachgebildet wird.

Rendite, Risiko:
In Szenarien sollten sich Anleger verdeutlichen, was sie erwartet, wenn der Basiswert steigt, fällt oder stagniert. Damit lassen sich Renditeaussichten und Verlustrisiken bereits beim Kauf recht eindeutig festlegen – allerdings nur auf das Laufzeitende bezogen. Hinweise auf das Risiko gibt zum Beispiel bei Emittenten des Derivate Forums die Kennziffer „Value at Risk“, die für fast alle Produkte im Internet abrufbar ist (» www.derivate-forum.de). Diese Kennzahl sagt aus, wie hoch das Risiko eines Totalverlustes beim entsprechenden Papier ist.

Konstruktion:
Welche Produktklasse sich nun für den Anleger anbietet, hängt auch von Marktparametern wie der Volatilität ab. Je nach Marktlage können z.B. Konstruktionen günstig sein, die auf den Verkauf von Volatilität setzen. Zu Details der Konstruktionen siehe auch „So verhalten sich Zertifikate während der Laufzeit“. Innerhalb der verschiedenen Produktklassen gibt es eher defensive oder mehr offensiv ausgerichtete Produkte. Anleger können je nach Markterwartung und Anlagetyp daraus wählen.

Fallstricke, die Anleger beachten sollten:


Kurse:
Die An- und Verkaufkurse von Zertifikaten bestimmt der Emittent. Daher kann es für Papiere mit gleichen Eigenschaften zu unterschiedlichen Preisen kommen. Hilfe beim Preisvergleich bieten unter anderem die „Best Product“-Listen im Kursteil des Handelsblatts.

Gebühren:
Verwaltungs- oder Währungssicherunggebühren sind in Prospekten ausgewiesen, Beraterprovisionen nicht. Häufig gilt: Je komplizierter die Konstruktion, desto teurer ist sie.

Steuern:
Nach gültigem Recht sind Erträge von Zertifikaten steuerfrei, wenn die Spekulationsfrist von einem Jahr eingehalten wird. Ausnahme sind „Finanzinnovationen“ – Papiere, bei denen ein Totalverlust ausgeschlossen ist.

Bonität:
Banken mit schlechtem Kreditrating, die Anleihen emittieren, müssen dafür Risikoaufschläge gewähren. Bei Zertifikaten tun sie dies meist nicht. Haben zwei Papiere den gleichen Kurs, dann ist das Zertifikat dessen mit der besseren Ratingnote in Wirklichkeit günstiger.

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