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Mehr Zugkraft fürs Depot

Hedge-Fonds haben hier zu Lande einen Finanzmarkt in Bewegung gebracht: Die alternativen Anlagepools sind besser als ihr Ruf. Richtig eingesetzt, sind sie eine Bereicherung für jedes Portfolio.

FRANKFURT. Ihr Ansehen in Deutschland ist stark angekratzt – allerdings zu Unrecht. Hedge-Fonds haben hier zu Lande einen Finanzmarkt in Bewegung gebracht, der verschlafen und ineffizient nicht nur die globalen Herausforderungen ignorierte, sondern auch die gebotenen Chancen schlichtweg übersah. Die meist mit aggressiver angelsächsischer Denkweise agierenden innovativen Finanzinvestoren haben die Deutschland AG wachgerüttelt.

Gemeinsam mit den Akteuren am Private-Equity-Markt ist es wohl vor allem Verdienst der Hedge-Fonds, dass sich Teile der deutschen Wirtschaft derzeit fit für die Zukunft – sprich: für einen immer härter werdenden globalen Wettbewerb – machen.

Das Spannende an Hedge-Fonds: Sie setzen in einem immer spannender und komplexer werdenden Finanzmarkt-Universum in allen liquiden Anlageklassen ausgeklügelte dynamische Handelsstrategien um, indem sie vielfältige Investmentformen und innovative Anlageinstrumente nutzen. Kurz gesagt: Hedge-Fonds suchen mit allen möglichen und vom Gesetzgeber erlaubten Mitteln den Anlage-Erfolg. In diesem Kontext werden Hedge-Fonds als Teil des Alternativ-Investments-Spektrums auch als Absolute-Return-Vehikel bezeichnet.

Nicht zuletzt wegen der auf den ersten Blick für den Außenstehenden komplex erscheinenden Aktivitäten werden Hedge-Fonds-Manager oftmals als die „Superhirne der Börse“ betrachtet. Dort wo ein traditioneller Fondsmanager zum Beispiel bei der Wahl zwischen zwei Aktien die am niedrigsten bewertet erscheinende Aktie erwirbt, geht der Hedge-Fonds-Manager einen Schritt weiter. Er kauft nicht nur die „billige“ Aktie, sondern verkauft gleichzeitig den anderen Titel mit dem Instrumentarium des Leerverkaufs „short“. So hat der herkömmliche Fondsmanager nur eine offene Position, an der er verdienen kann, während der Hedge-Fonds-Manager mit zwei offenen Positionen am Markt ist.

So innovativ sie auch vorgehen, das Rad haben die Manager der noch immer meist privaten Liquiditätspools nicht neu erfunden. Sie nutzen und kombinieren einfach ein seit Jahrzehnten an den globalen Finanzmärkten verfügbares Instrumentarium. Sowohl hinsichtlich der Rechtsform als auch ihrer Organisationsstruktur sowie ihrer Ausrichtung sind die noch immer vorwiegend in den USA sowie in den Steueroasen dieser Welt beheimateten Hedge-Fonds anders aufgestellt als klassische Investmentfonds.

Hedge-Fonds bestimmen immer wieder die Schlagzeilen der Weltpresse und werden dabei fälschlicherweise oftmals als „böse Buben“ bezeichnet. In Deutschland wurde der Begriff von den „Heuschrecken“ geprägt, da Hedge-Fonds angeblich Ursache dafür sind, dass die volkswirtschaftliche Aussaat nicht die von kurzsichtigen und provinziell denkenden Politikern erhoffte Ernte bringt. Dass Hedge-Fonds die Märkte liquider und effizienter machen und auf diese Weise die volkswirtschaftlichen Finanzierungskosten sinken, wird von allen Seiten zu wenig bedacht.

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