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Satte Rendite aus dem Boden

Wer sein Depot gegen Inflation und Terrorfolgen absichern möchte, ist bei Rohstoffen richtig aufgehoben. Und auch gegen die Schwankungen auf anderen Märkten bieten Rohstoffe Schutz. Ihre Preise entwickeln sich unabhängig von den Aktien- oder Anleihemärkten. Investitionen in Rohstoffe diversifizieren also die eigene Geldanlage und minimieren damit das Risiko.

FRANKFURT. Die deutlichen Preissteigerungen vieler Rohstoffe in den vergangenen Jahren – seit 2002 haben sich die populären Indizes mehr als verdoppelt – haben das Interesse der Anleger an dem Segment geweckt. Auch die Banken haben reagiert und bieten Aktienfonds auf Rohstoffunternehmen, Zertifikate auf Rohstoffindizes oder Produkte auf einzelne Rohstoffe an.

Nach Meinung von Experten ist es für einen Einstieg noch nicht zu spät: „Das weltwirtschaftliche Umfeld spricht weiterhin für eine positive Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten“, sagt Michael Rhein, der bei der Deutschen Bank für das Produktmanagement im Bereich Private Wealth Management zuständig ist. „Wir sind von einem langfristigen Rohstoff-Boom überzeugt und denken, dass dieser noch ungefähr die nächsten drei Jahre andauern dürfte“, prognostiziert auch Ian Henderson, Manager des Rohstofffonds von JP Morgan.

Optimistisch gibt sich auch Jim Rogers, einer der Vorreiter in Sachen Rohstoff-Anlagen. Er hat vor vielen Jahren mit einem eigenen Investmentfonds und einem eigenen Rohstoffindex diese Anlageklasse wiederentdeckt und seitdem die These von einem 15 Jahre lagen Megatrend geprägt. Zwischenzeitliche Korrekturen seien da nur gesund, ergänzt Hans-Jürgen Klisch von der amerikanischen Investmentbank Raymond James. Sie böten dem Anleger neue Einstiegsmöglichkeiten.

Die guten Prognosen für die Rohstoffmärkte basieren auf einer leicht nachvollziehbaren Überlegung: Da das begrenzte, endliche Angebot auf eine steigende Nachfrage – gerade aus den wirtschaftlich rasant wachsenden Schwellenländern wie vor allem der Volksrepublik China – trifft, steigen auch die Preise. Zudem drohen Versorgungsengpässe, weil in den vergangenen Jahren zu wenig in die Rohstoff-Gewinnung investiert wurde, vor allem bei Metallen und Agrarprodukten. Denn eine Ausweitung der Produktion braucht Zeit: Eisen-, Kupfer- oder Goldvorkommen müssen erst von spezialisierten Unternehmen gesucht werden. Anschließend muss der Abbau beispielsweise durch die Einrichtung einer Mine in die Wege geleitet werden, ehe das Unternehmen mit der Produktion beginnen kann. Bei Kupfer etwa dauert es von der Entdeckung bis zum Produktionsstart einer Mine rund fünf Jahre.

Auf der anderen Seite weisen Rohstoffanlagen aber auch einige Risiken auf. So werden Rohstoffe überwiegend in Dollar gehandelt. Sackt die US-Währung ab, drohen Investoren aus der Euro-Zone Währungsverluste. Dazu kommen Wetterkapriolen, die die Preise beeinflussen können sowie politische Risiken in vielen Rohstoffländern. Schließlich sollten Anleger die Entwicklung in China im Auge behalten. Sollte sich das Wirtschaftswachstum in der Volksrepublik als einem der größten Abnehmer von Rohstoffen verlangsamen, dürfte Chinas Rohstoffhunger entsprechend zurückgehen und mit ihm die Rohstoffpreise.

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