Handelsblatt Anleger-Akademie
Viele Wege führen zum Ziel

Als „Heuschrecken“ geschmähte internationale Finanzinvestoren tun es, deutsche Versicherer und Pensionskassen tun es, und durch Öl reich gewordene Araber tun es auch. Sie alle investieren in Immobilien, besonders gerne in Deutschland. Warum also sollte es der deutsche Privatanleger lassen? Schließlich würden es alle diese Großinvestoren ja nicht tun, wenn damit kein Geld zu verdienen wäre.

DÜSSELDORF. Doch für Privatanleger wird der Immobilienanlage-Markt zusehends unübersichtlicher. Das Angebot an offenen Immobilienfonds differenziert sich, Zertifikate auf Basis von Immobilienaktienindizes kommen hinzu, die Zahl der Immobilienaktien-Fonds wächst rapide. Und während die Bundesregierung in Berlin noch darüber diskutiert, wie es zu verhindern ist, dass durch „Heuschrecken“ dominierte deutsche Wohnimmobilien-Reits die Konten deutscher Mieter leer fressen, verpacken Anbieter offener Immobilienfonds Gebäude-Pakete in die Reits genannten steuerbegünstigten Immobilienaktiengesellschaften im Ausland.

Weil die Kurse der Immobilienaktien hier wie anderswo tendenziell steigen, drängt es in Deutschland Immobilienfirmen auch ohne Reit-Status immer öfter an die Börse. Darunter auch solche, die statt regelmäßiger Einnahmen aus langfristigen Mietverträgen kaum mehr als die Wachstumsphantasie des Managements bieten.

Wer das Knäuel der Anlagemöglichkeiten entwirren will, muss zuerst entscheiden: Direkt oder indirekt? Direkt heißt: Das Geld wird für Land, Beton und Steine ausgegeben. Indirekt bedeutet: Das Geld bekommt ein Vermögensverwalter, der in Land, Beton und Steine investiert oder Anteile an Gesellschaften erwirbt, die dies tun.

Umfragen ergeben immer wieder, dass die Deutschen das eigene Haus als ideale Altersvorsorge ansehen. Während Anleger die Gebäude, in die ihr indirekt angelegtes Geld fließt, meist nur von Fotos kennen, können sie das eigene Heim jederzeit vorzeigen.

Das motiviert, auf Konsum zu verzichten. Der große Nachteil: Häuser lassen sich nicht kurzfristig zu Geld machen. Zudem drohen Verluste beim Verkauf von Objekten außerhalb wirtschaftlicher Kernzentren. Das gilt genauso für den Kauf vermieteter Wohnungen oder so genannter Zinshäuser. Letztere, häufig als Wohn- und Geschäftshäuser erstellt, verteilen das Mietausfallrisiko über mehrere Mietparteien, sind aber für Kleinanleger schon nicht mehr finanzierbar. Stehen sie nicht an einer wichtigen Einkaufsmeile, wird es immer schwerer Mieter für die Ladenlokale zu finden.

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