Handelsblatt Anleger-Akademie
Wege zum Erfolg

Zertifikateanleger haben es nicht leicht. Mit dem Direkthandel zwischen Anleger und Emittent einerseits sowie den Börsen andererseits stehen ihnen gleich drei gleichberechtigte Handelswege für ihre Order zur Verfügung.

DÜSSELDORF. Der Kampf um die Gunst der Anleger verwundert nicht: Im ersten Halbjahr setzen die Börsen Stuttgart und Frankfurt zusammen insgesamt 67 Milliarden Euro mit Zertifikaten um, davon allein im bisherigen Rekordmonat Mai 13,9 Mrd. Euro. Das entspricht einem Umsatz von einer Million Euro pro Handelsminute.

Doch welcher Orderweg ist der beste? Konkret können Investoren die Kauf- und Verkaufsaufträge für Zertifikate entweder an der Börse platzieren und sich dabei zwischen den Börsenplätzen Frankfurt und Stuttgart entscheiden. Kunden von Online-Banken steht zudem noch der Direkthandel mit den Emittenten offen. Dabei erfragen sie vom Emittenten eines Zertifikats für eine bestimmte Order einen Kurs und erhalten sofort eine – im Gegensatz zum Börsenhandel – verbindliche Auskunft über den Kauf- und Verkaufskurs des gewünschten Zertifikats.

Vorteil: Der Direkthandel spart nicht nur die an der Börse stets fällige Courtage von 0,08 Prozent des Kurswerts, sondern sichert auch eine buchstäblich sekundenschnelle Abwicklung. Das macht den Direkthandel vor allem für kurzfristig orientierten Spekulanten attraktiv. „Bei Anlagezertifikaten verteilt sich der Umsatz mit unseren Zertifikaten etwa zu gleichen Teilen auf den börslichen und den Direkthandel. Bei Hebelzertifikaten dominiert bereits der Direkthandel mit einem Anteil von 70 Prozent an allen Umsätzen“, sagt Mathias Schöltzel, Derivateexperte der Deutschen Bank.

Doch der Orderweg über die Börse bietet vor allem für Anleger, die nicht auf eine sekundenschnelle Ausführungen angewiesen sind, zahlreiche Vorteile. Erstens können sie an der Börse im Gegensatz zum Direkthandel mit Kauf- und Verkaufslimits und Stop-Loss-Ordern arbeiten.

Zweitens unterliegt auch der börsliche Handel auch mit Zertifikaten der Handelsüberwachung: Im Falle irrtümlicher Kursstellungen haben Anleger die Möglichkeit, eine Orderabwicklung innerhalb bestimmter Fristen überprüfen oder gar stornieren zu lassen.

Drittens sind Anleger auch beim Börsenhandel der knapp 100 000 gehandelten Anlage- und Hebelzertifikaten nicht alleine auf Kauf- oder Verkaufsaufträge anderer Anleger angewiesen. In der Börsen-Praxis sind die mit dem Handel von Zertifikaten beauftragten Skontroführer zentrale Akteure, die zwar einerseits Aufträge von Anlegern zusammenführen, aber andererseits auch selbst direkt mit dem Emittenten handeln und so fortlaufend An- und Verkaufskurse stellen können. Nach Angaben der Deutschen Börse entfallen nur rund fünf Prozent aller börslichen Transaktionen bei Zertifikaten auf Geschäfte zwischen Anlegern, der überwiegende Rest läuft zwischen Emittenten und Anlegern ab. Viertens versprechen sowohl die Börse Stuttgart als auch die Deutsche Börse in Frankfurt den Anleger nie schlechter als im Direkthandel mit dem Emittenten zu stellen.

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