Handelsblatt Anleger-Akademie
Wetten auf bessere Zeiten und Fallstricke

Objektfindung: Unternehmen in schlechter Verfassung und mit extrem gefallenem Börsenkurs finden sich recht leicht. Daraus gilt es für Anleger, diejenigen herauszufiltern, die berechtigte Aussicht auf bessere Zeiten haben.

Risiko: Die Gefahr, bei der Auswahl möglicher Turnaround-Kandidaten auf die falsche Aktie zu setzen, ist relativ groß. Die Gesundung eines Unternehmens hängt von vielen Faktoren ab, die nicht immer in der Verantwortung der Firma liegen.

Chance: Gelingt die Sanierung und die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, ist die Aussicht auf Kurssteigerungen im zwei- und dreistelligen Prozentbereich durchaus realistisch. Wichtig ist dabei jedoch, dass der Anleger den möglichen Turnaround-Kandidaten möglichst frühzeitig erkennt.

Nachspiel: Selbst wenn die Rettung gelingt, können später negative Überraschungen drohen – dann nämlich, wenn das Unternehmen frisches Geld braucht. Das ist relativ häufig der Fall. Es kommt dann in der Regel zu einer Kapitalerhöhung, der ein Kapitalschnitt vorausgeht. Die Zahl der Aktien wird dabei in einem bestimmten Verhältnis zusammengestrichen. Entsprechend reduziert sich der Aktienbestand im Depot.

Paradebeispiele: Prominenteste Beispiele für Turnaround-Kandidaten sind derzeit die beiden US-Autobauer General Motors und Ford.

Fallstricke, die Anleger beachten sollten:

Totalverlust: Ausgefallene Anlagestile bei Aktien haben stets hochspekulativen Charakter. Anleger sollten deswegen nur so viel Geld dort investieren, wie sie nach eigenem Ermessen als so genanntes „Spielgeld“ zur Verfügung haben. Denn ein Totalverlust dieser Summe kann nie ausgeschlossen werden.

Gerüchteküche: Weitere Spezialität ausgefallener Anlagestile ist, dass deren Protagonisten extrem auskunftsfreudig sind. Im Internet finden sich ellenlange Abhandlungen für oder wider einer Anlage. Der Wahrheitsgehalt ist dabei oft in Frage zu stellen.

Glaubenssache: Wer tatsächlich daran glaubt, die Entwicklung an den Börsen am Stand der Sterne ablesen zu können, der wird dies nach gängiger Meinung rational nicht begründen können. Wie in vielen anderen Fällen des Lebens gilt auch hier: Man muss eben daran glauben.

Preisfindung: Bei Anlageobjekten mit Sammelcharakter besteht das Problem, dass die Preisfindung häufig Verhandlungssache ist. Zwar gibt es hie und da Kataloge, die einen gewissen Richtwert darstellen. Was letztlich gezahlt wird, müssen beide Seiten aber untereinander aushandeln.

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