Handelsblatt Anlegerakademie
„Nano-Aktien sind nicht ohne Risiko“

Fünf Fragen zum Thema Nanotechnologie-Investments an Tillmann Lauk, Vorstandschef ItN Nanovation, Saarbrücken.

Bitte erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Die ItN Nanovation stellt hochwertige Nanopartikel her und ist derzeit das einzige Unternehmen weltweit, das Hochleistungskeramiken – unsere Produkte – im industriellen Maßstab direkt auf Metall beschichten kann. Das war bisher auf Grund der unterschiedlichen Schmelzpunkte von Keramik und Metall technisch nicht möglich. Seit dem Börsengang 2006 notiert unser Aktienkurs etwa 20 Prozent über dem Ausgabepreis von 20 Euro.

Was ist an Nanotechnologie das Reizvolle für Privatanleger?

Experten zufolge soll der Wert der nanotechnologischen Anteile in allen Produkten von heute weltweit 65 Milliarden Dollar auf 1 000 Milliarden Dollar 2015 ansteigen. Selbst wenn das nur zur Hälfte zutreffen sollte, dann liegt hier ein ultra-dynamisches Wachstumssegment vor.

Derzeit scheint das Thema Nanotechnologie nach dem Hype 2003 etwas aus dem Blickfeld geraten zu sein – warum?

Das Gegenteil ist der Fall: Immer mehr Nano-Indizes werden gebildet, es gibt weltweit eigene Nanosymposien für institutionelle Anleger wie beispielsweise die seit zwei Jahren stattfindende Kapitalmarkt-Konferenz „Nano Equity Europe“. Außerdem sind eine Hand voll deutscher Nano-Unternehmen in den letzten 18 Monaten an die Börse gegangen – wobei die ItN Nanovation AG das einzige im Prime Standard gelistete Unternehmen der Branche ist.

Wie können interessierte Anleger derzeit das Thema Nanotechnologie spielen?

Großes Zukunftspotenzial haben Unternehmen, die sich spezialisieren und keine simplen, leicht kopierbaren Produkte anbieten. Um unser Beispiel zu nehmen: Wenn Sie heute aus flüssigem Aluminium gießen wollen – sei es Wasserhahn oder Zylinderkopf – dann müssen Sie nach jedem Formvorgang die Form händisch neu beschichten, da flüssiges Aluminium sehr aggressiv ist und die teure Form sonst beschädigen würde. Mit unserem Produkt können Sie mit nur einer Beschichtung bis zu 300 Mal dieselbe Form verwenden. Anleger sollten aber nur dann in Einzelwerte investieren, wenn sie Geschäftsmodell und Technologie verstanden haben und eine vorbildliche Börsentransparenz gegeben ist. Fehlen ihnen Zeit und Expertise, bieten sich Fonds und Zertifikate an.

Was müssen Anleger beachten?

Nanotechnologie-Aktien sind Hochtechnologie- und Wachstumswerte und als solche nicht ohne Risiko. Daher sind sie nur zur Beimischung geeignet. In jedem Fall sollte ein umfangreicher Patentschutz gegeben sein. Das ist ein Indiz dafür, ob die Produkte leicht oder eher mit großem Aufwand zu kopieren sind – wenn überhaupt. Fast noch wichtiger ist die kontinuierliche Beobachtung und Beurteilung durch Analysten. Ansonsten hat man ein echtesTransparenzproblem.

Die Fragen stellte Petra Hoffknecht.

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