Hausinvest Europa
Ein Gigant mit vollen Taschen

Er wächst und wächst: der Hausinvest Europa. Er ist Deutschlands größter offener Immobilienfonds – und vereinigt schon seit vielen Jahren mehr als zehn Prozent des gesamten Marktes auf sich. Gegenwärtig haben die Deutschen knapp 86 Mrd. Euro Spargelder in Immobilienfonds stecken.

DÜSSELDORF. Vor wenigen Tagen übersprang der Hausinvest Europa die Marke von zehn Mrd. Euro Fondsvolumen. Allein im vergangen Jahr flossen dem Produkt der Commerz Real 1,2 Mrd. Euro zusätzliche Mittel zu. Wer weiß, wo der Hausinvest Europa heute stünde, wäre diesem Fonds nicht wie allen Konkurrenten die Krise der offenen Immobilienfonds in den Jahren 2005 und 2006 dazwischen gekommen. Vor der Krise hatte der Fonds zeitweise mehr als elf Mrd. Euro Anlegergelder auf sich vereint.

„Wir gehen nicht davon aus, dass die Mittelzuflüsse in diesem Jahr so weiter gehen“, sagt der Vorstandssprecher der Commerz-Real, Hubert Spechtenhauser. Das müssen sie auch nicht. Der Fonds schwimmt ohnehin im Geld. Fast 3,7 Mrd. Euro betragen die liquiden Mittel. Das sind etwa 36 Prozent des Fondsvolumens. Der BVI, die Interessenvertretung der Fondsbranche, hat ihren Immobilienfonds-Mitgliedern empfohlen, bei 40 Prozent Liquidität den Anteilsvertrieb auszusetzen, bis das Geld für Immobilien ausgegeben worden ist. Die Fondsratingagentur Scope schätzt hohe liquide Mittel nicht (siehe „Sechs Fragen an: Sonja Knorr“). Noch sieht Spechtenhauser keinen Anlass, sich mit sogenannten Cash Stopps zu beschäftigen. Andere Fondshäuser hatten die Anteilsverkäufe und damit den Geldeingang ausgesetzt, bis sie sicher waren, neue Immobilien kaufen zu können.

Hohe liquide Mittel ziehen die Rendite herunter. Auch wenn die Nettomietrendite des Fonds im Geschäftsjahr 2006/2007 zum 31. März mit 4,7 Prozent nicht berauschend war – Bankguthaben warfen damals wie heute weniger Zinsen ab. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor; der Geschäftsbericht für das gerade zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2007/2008 wird im Juni veröffentlicht. Die Nettomietrendite gibt an, wie sich das Immobilieninvestment nach Abzug der Kosten verzinst. Nach einer Aufstellung der Ratingagentur Scope erreichte der Axa Immoselect – ein Europa-Fonds wie der Commerzbank-Fonds – sechs Prozent Nettomietrendite in einem nahezu gleichlaufenden Geschäftsjahr.

Fonds anhand von Zahlen auf Geschäftsjahresbasis zu vergleichen, fällt schwer. So enden die Geschäftsjahre der vom Handelsblatt ausgewählten zwölf Europa-Fonds (Grafik: „Der Hausinvest Europa und seine Konkurrenten) an sechs unterschiedlichen Terminen.

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