Hebelzertifikate
Dynamik ins Depot

Sie heißen je nach anbietender Bank Turbos, Knock-Outs, Waves oder Mini Futures – bei Hebelzertifikaten herrscht eine Art babylonische Sprachverwirrung. Doch trotz der Namensvielfalt versprechen all diese Produkte dem Anleger das Gleiche: mit verhältnismäßig kleinen Einsätzen Kursbewegungen für sich auszunutzen und große Gewinne einzufahren.

FRANKFURT. Diese Idee motiviert vor allem erfahrene und extrem risikofreudige Investoren, mit Hebelzertifikaten zu handeln. Geht die Wette jedoch nicht auf, droht schlimmstenfalls der Totalverlust des eingesetzten Kapitals bei diesen Weiterentwicklungen des klassischen Optionsscheins.

Von ihm unterscheiden sich die Hebelpapiere durch ein gemeinsames Merkmal: Hebelzertifikate besitzen eine so genannte Knock-out-Barriere. Das ist eine vom Emittenten für jedes Papier individuell festgelegte Kursschwelle. Wird diese Kursgrenze von der Aktie oder dem Index, auf den das Zertifikat begeben wurde, während der Laufzeit des Zertifikats auch nur einmal berührt oder durchbrochen, verfällt es sofort wertlos. Der Anleger geht im wahrsten Sinne des Wortes k.o. und ist raus. Mit seiner Spekulation ist es dann vorbei, auch wenn der Markt anschließend wieder in die von ihm gewünschte Richtung dreht.

Diese Schwellen machen den besonderen Reiz von Hebelzertifikaten aus. Zwar stellen sie ein zusätzliches Risiko dar, dafür ermöglichen sie einen höheren Hebel auf das eingesetzte Kapital als klassische Optionsscheine. Denn je näher die dem Zertifikat zu Grunde liegende Aktie an der Kursschwelle notiert, desto größer ist das Risiko und damit auch der Hebel.

Die Hebelwirkung kommt dadurch zu Stande, dass der Anleger mit einem Hebelzertifikat zum Beispiel auf eine Aktie nur einen Bruchteil dessen bezahlt, was die Aktie an sich kostet. Schlägt der Aktienkurs dann die vom Investor gewünschte Richtung ein, übersteigt sein Gewinn das Kursplus dieser Aktie bei weitem. Allerdings wirkt der Hebel in beide Richtungen, er kann die Kursbewegung der zu Grunde liegenden Aktie auch negativ verstärken – bis hin zum Totalverlust.

Mit Hebelzertifikaten können Anleger aber nicht nur auf steigende oder fallende Kurse bei Aktien, sondern auch auf Bewegungen von Indizes, Rohstoffen und Währungen spekulieren – egal in welche Richtung. Dabei bilden Hebelzertifikate die Kursveränderung der ihnen zu Grunde liegenden Werte eins zu eins ab: Steigt also die Aktie, auf die das Papier begeben wurde, um einen Euro, steigt auch der Wert des Hebelzertifikats um einen Euro – und dies unabhängig von der Laufzeit des Zertifikats oder der Schwankungsbreite der zu Grunde liegenden Aktie, der so genannten Volatilität. Damit sind Kursveränderungen der Hebelzertifikate einfach nachzuvollziehen. Das ist im Vergleich zu klassischen Optionsscheinen von Vorteil, bei denen Restlaufzeit und Volatilität neben der Kursbewegung der zu Grunde liegenden Aktie einen großen Einfluss auf den Preis haben und dadurch den Optionsschein-Anlegern die Kalkulation erheblich erschweren.

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