Immobilien
Wenn der Hauskauf ein Vermögen auffrisst

Wohnen in den eigenen vier Wänden ist für viele Deutsche nach wie vor besonderes reizvoll. Doch wer glaubt, das Eigenheim ist eine solide Geldanlage und schützt vor Inflation, irrt oft. Für viele ist Mieten günstiger.

Düsseldorf"Mein Haus, mein Auto, mein Boot." Die sich in der Fernsehwerbung für die Sparkassen gegenseitig übertrumpfenden ehemaligen Schulkameraden Schober und Schröder wussten, worauf es zuallererst ankommt: auf das eigene Haus.

Dass Autos und Boote schon nach den ersten gefahrenen Metern kräftig an Wert verloren haben, leuchtet jedem ein. Sie sind dann doch gebraucht, und Gebrauchtes ist billiger zu haben. Doch viele Hauskäufer glauben auch heute noch, ihr Heim würde, obwohl sie es täglich nutzen, im Laufe der Zeit mehr wert. Und irren damit häufig.

Zugegeben, früher war das meist so: Wer nach dem Krieg ein Häuschen kaufte und es so wie Hermann-Josef Tenbrücken (Name von der Redaktion geändert) mit viel Eigenarbeit in Schuss hält, hat damit - zumindest auf dem Papier - ein kleines Vermögen gemacht. 22.500 D-Mark kostete seine Doppelhaushälfte auf einem knapp 1100 Quadratmeter großen Grundstück in einem Vorort von Neuss am Niederrhein vor 55 Jahren. Heute schätzt Tenbrücken den Wert auf 250.000 Euro.

Düsseldorf und seine Nachbarstädte prosperierten. Die Verkehrsverbindungen zwischen der linken Rheinseite und der rechtsrheinischen Metropole wurden besser und machten Grund und Boden in der Nachbarstadt Neuss teurer.

Solche Erfolgsgeschichten wird es auch künftig geben, nur nicht mehr an so vielen Orten wie früher. Menschen gehen dorthin, wo sie Arbeit finden, so dass in wachsenden Ballungszentren Wohnraum knapper und teurer wird. Auf der anderen Seite stehen in Dörfern auf dem Land Häuser leer, weil die Menschen wegziehen. Das geschieht um so eher, je schlechter die Verkehrsanbindung ist.

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