Indexinvestments
Ganz bequem zum Erfolg

Kurse am Aktienmarkt spiegeln das Wissen aller Marktteilnehmer wider: Bei reifen Märkten wie in Nordamerika oder Europa besitzen nahezu alle die gleichen Informationen. Selbst bei einer gezielten Aktienauswahl sind Profis und Privatanleger langfristig selten besser als der Markt – daher verwalten immer mehr Anleger ihre Vermögensanlagen passiv.
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FRANKFURT Investoren und Autofahrer haben eines gemeinsam: In beiden Gruppen glauben 90 Prozent, besser als der Durchschnitt zu sein – also besser Auto zu fahren oder durch geschickte Aktienauswahl mehr Rendite zu erwirtschaften als der Gesamtmarkt. Dass sie sich irren, ergibt sich schon rein logisch.

Für Geldanleger lässt sich sogar wissenschaftlich belegen, dass Private wie Profis nach Abzug aller Kosten und Gebühren langfristig meist nicht besser als der Markt sein können. Dieser wird durch einen Index, eine Art Gradmesser oder Barometer für diesen Markt, repräsentiert. Zahlreiche Studien zeigen, dass die Mehrheit der Investmentfonds ihren Vergleichsindex nicht dauerhaft schlagen kann.

Besonders auf reifen, so genannten effizienten Aktienmärkten wie in Nordamerika oder Europa fällt es Fondsmanagern durch aktive Aktienauswahl schwer, ihre Benchmark zu toppen. „In reifen Märkten haben alle die gleichen Informationen und kaufen meist auch noch die gleichen Aktien. Da kann am Ende keine Outperformance herauskommen“, bemerkt dazu Professor Martin Weber von der Uni Mannheim.

Schon der Chicagoer Finanzprofessor Eugene Fama erklärte dieses Phänomen mit seiner Markteffizienzhypothese. Diese besagt, dass die Kurse am Aktienmarkt das Wissen aller Marktteilnehmer widerspiegeln. Daher schneiden laut Fama Investoren, die aktiv Aktien aussuchen, auf lange Sicht selten besser ab als der Markt. Der US-Ökonom Burton G. Malkiel hatte in diesem Zusammenhang die These aufgestellt, dass passive Investmentprodukte, die einen Index abbilden, einem aktiven Ansatz vorzuziehen seien.

Nach der nobelpreisgekrönten Modernen Portfoliotheorie von Harry Markowitz, William Sharpe und Merton Miller führt passives Investieren sogar mit höherer Wahrscheinlichkeit zum erwarteten Renditeergebnis, da es im Gegensatz zu aktiven Techniken keine hohen Kosten für Recherche und Handel wettmachen muss. Wer hingegen eine höhere Rendite als der Durchschnitt haben will, muss nach der Modernen Portfoliotheorie auch bereit sein, dafür ein höheres Risiko einzugehen.

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