Industriemetalle
Nur wenige Produkte für Privatanleger

Mit Industriemetallen haben Anleger viel Geld verloren. Doch derzeit stabilisieren sich die Preise an den Metallmärkten wieder. Das Handelsblatt verät Ihnen, welche Produkte für Privatanleger jetzt geeignet sind und von welchen Sie besser die Finger lassen sollten.
  • 0

Aktien
Die Anteilsscheine der Minengesellschaften nehmen nicht immer eins zu eins an der Preisentwicklung des jeweiligen Rohstoffs teil. Mit den Aktien gehen Anleger ein unternehmerisches Risiko ein - hinzu kommt das Kursrisiko an der Börse. Außerdem fördern die internationalen Minengesellschaften nicht nur Industriemetalle. Für die Großen der Branche sind Kupfer, Nickel und Zink vielmehr Nebenprodukte aus der Förderung von Erzen. Arcelor-Mittal zum Beispiel ist in erster Linie ein Stahlproduzent. Das gleiche gilt für Tata Steel. Die Aktien von kleineren und spezielleren Minengesellschaften zählen zumeist zu den Pennystocks. Diese illiquiden Papiere werden nur selten an den Börsen gehandelt. Ihre Kurse können deshalb völlig unabhängig von den Metallpreisen stark schwanken.

Fonds
Fondsgesellschaften können nicht direkt in Industrierohstoffe investieren. Denn nach dem deutschen Investmentgesetz dürfen sie nichts kaufen, was nicht monetarisiert - also zu Geld gemacht - werden kann. Und die Drei-Monats-Futures auf Kupfer beispielsweise vereinbaren eine physische Lieferung am Ende der Laufzeit. Daher können reine Fondsprodukte immer nur auf Aktien aus der Branche setzen.

Zertifikate
Zertifikate auf Industriemetalle gibt es in der so genannten Tracker-Variante auf fast alle Futureskontrakte der Londoner Metall-Börse, das heißt die Papiere partizipieren an der täglichen Preisentwicklung. Die Emittenten der Zertifikate müssen aber alle drei Monate neue Futures kaufen; sie müssen die Verträge rollen, wie es im Fachjargon heißt. Bei steigenden Preisen entstehen dem Anleger Rollverluste. Roll-optimierte Zertifikate sollen Abhilfe schaffen. Für Aluminium, Kupfer, Nickel, Zink, Zinn und Blei bieten Emittenten auch gegen Währungsschwankungen abgesicherte Papiere an. Wie alle anderen Rohstoffe werden die Industriemetalle in US-Dollar gehandelt. Neben Zertifikaten auf die Einzel-Rohstoffe gibt es Indexzertifikate, etwa auf den GSCI-Precious-Metals-Index oder den Dow-Jones-AIG-All-Commodities-Index. Sie bestehen aber nur zu kleinen Teilen aus den Industriemetallen.

ETC
ETC ist kein feststehender Rechtsbegriff und nicht mit Indexfonds (ETF) vergleichbar. Viele börsengehandelte Rohstofffonds (ETC) sind im Vergleich zu ETF Schuldverschreibungen. Sie ähneln Zertifikaten inklusive deren Ausfallrisiko, wenn der Emittent pleite geht. Dafür fallen bei den ETC keine Rollverluste an.

Kommentare zu " Industriemetalle: Nur wenige Produkte für Privatanleger"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%