Investieren in China
Heißer Markt mit Risiken

Milliarden-Börsengänge, unaufhaltsam steigende Kurse, Anleger im Kaufrausch: Während weltweit die Finanzmärkte Zitterpartien erleben, feiert Chinas Börse in Schanghai immer neue Rekorde. Ausländische Anleger können jedoch nur zum Teil profitieren. Und Analysten warnen schon vor einer Marktkorrektur.
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PEKING. In dieser Woche haben sich gleich zwei Milliarden-Börsengänge ein Rennen um die Top-Position geliefert: Nach der Rekordnotierung der China Construction Bank (CCB) am Dienstag legte Shenhua Energy schon einen Tag später nach. Chinas größter Kohlekonzern nahm an seinem ersten Handelstag 66,6 Mrd Yuan (6,3 Mrd. Euro) ein, so viel wie noch kein Börsengang in Schanghai zuvor.

Der Ansturm der Anleger auf die China-Aktien im Inland ist riesig. Bereits vor dem ersten Handelstag der CCB hatten die Investoren Aktien im Wert von umgerechnet 300 Mrd. Dollar bestellt und damit die bisherige Rekordzeichnungssumme von 250 Mrd. Dollar, die die Bank of Beijing Anfang des Monats erreicht hatte, übertroffen.

Seit rund zwei Jahren herrscht in China das Börsenfieber. Der CSI 300 Index, der die in Yuan notierten Aktien an den Festlandbörsen Schanghai und Shenzhen abbildet, ist dieses Jahr bereits rund 160 Prozent gestiegen. Chinas Aktienkurse klettern „gänzlich unbeeindruckt von den weltweiten Wirren“ stetig nach oben, so die Vermögensverwaltung FIVV aus München. Gemeinsam mit der Frankfurter Universal-Investment hat FIVV vor einem Jahr den Fonds FIVV-Aktien-China-Select-UI aufgelegt, den Christian Hofmann in Peking berät (s. „Chinas Börsen feiern ihre eigene Party“). Bereits im vergangenen Jahr hatte allein der Finanzplatz Schanghai eine Wertsteigerung von 130 Prozent erlebt.

Auch der Finanzplatz Hongkong profitiert vom Boom auf dem Festland. Die meisten chinesischen Konzerne bevorzugen bislang ein Listing in der chinesischen Sonderverwaltungsregion. Vor allem durch chinesische Börsengänge hat Hongkong im vergangenen Jahr seinen IPO-Umsatz gesteigert. Die Bank of China sowie die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) machten mit den größten Börsengängen der Welt in Hongkong auf sich aufmerksam.

Zudem plant die Regierung in Peking, auch chinesischen Kleinaktionären die Tür zur Börse Hongkong zu öffnen. Das ließ die Kurse der dort notierten China-Aktien (H-Aktien) in die Höhe schießen. Sollten die bisherigen Beschränkungen fallen, werden nach Einschätzung der Investmentbanker von CSLA chinesische Anleger im nächsten Jahr bis zu umgerechnet 45 Mrd. US-Dollar in Hongkong investieren. Davon werde knapp die Hälfte von Kleinaktionären kommen, so CSLA-Analyst William Liu.

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