Konjunkturentwicklung
Inflationsangst bremst Aktien aus

Seit über drei Jahren steigen die Kurse an nahezu allen Märkten. Börsenfachleute erwarten zwar keine neue Baisse. Aber sie raten, die Anlagen breiter zu streuen. Sonst drohen den Anlegern doch empfindliche Verluste.

FRANKFURT. Empfohlen werden vor allem Zertifikate, Hedge-Fonds, Rohstoffe, nachhaltige Anlagen, Private-Equity-Fonds sowie deutsche Immobilien in sehr guten Lagen. Das ist das Ergebnis eines „Frankfurter Gesprächs“ des Handelsblatts, zu dem führende Vertreter von Großbanken, Privatbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen zusammenkamen.

„Die jüngste Kurskorrektur hat die Stimmung der Investoren eingetrübt“, sagt Helmut Kaiser, Chefinvestmentstratege der Deutschen Bank. Dennoch sei die Mehrheit der Gesprächsteilnehmer für die Marktentwicklung optimistisch.

Im Mittelpunkt des Experteninteresses steht weiter die Entwicklung an den Aktienmärkten. Hier geht das Meinungsspektrum so weit auseinander wie seit Jahren nicht mehr. „Die weiterhin hohe Dividendenrendite und die niedrige Bewertung im Vergleich zum Rentenmarkt sprechen für Aktien“, sagt Klaus Holschuh, Leiter Research und Volkswirtschaft bei der DZ Bank, und stützt damit die Mehrheitsmeinung, die nach einer Korrekturphase zum Ende der Urlaubszeit ein erneutes Anziehen der Kurse erwartet. Den Gegenpol dazu bietet Stefan Klomfass, Leiter Märkte und Strategien bei Helaba Trust. Seiner Ansicht nach könnte der Deutsche Aktienindex (Dax) im Jahresverlauf durchaus noch die Marke von 5 000 Punkten sehen, was unter anderem an den steigenden Leitzinsen liegt. „Zinserhöhungen sind immer ein schlechtes Zeichen für Aktien. Wir befinden uns in einer typischen Spätphase des Konjunkturzyklus“, sagt er. Stattdessen favorisiert er Rentenpapiere, die rund zwei Drittel in seinem Musterdepot einnehmen.

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Überhaupt nahmen die künftige Konjunkturentwicklung und deren Auswirkungen auf die Märkte einen breiten Diskussionsraum ein. „Momentan belastet den Markt, dass es nach dem Zinssenkungszyklus der 90er-Jahre, der Konjunktur und Anlegern viel Geld zur Verfügung gestellt hat, seit einiger Zeit wieder zu steigenden Zinsen kommt“, bringt es Reinhard Krafft, Geschäftsführender Direktor Private Banking bei der Privatbank Sal. Oppenheim, auf den Punkt. Angesichts der Inflationsbefürchtungen geht er davon aus, dass dies noch eine Weile so weitergeht. „Allerdings ist die Einschätzung, dass man sich an niedrigere Zinsen als im historischen Durchschnitt gewöhnen muss, weiter richtig“, sagt er und glaubt damit nicht an das Szenario weiter einbrechender Kurse. Statt dessen sei es wichtig, so die Meinung aller Diskussionsteilnehmer, künftig deutlich stärker bei der Zusammensetzung des Depots zu diversifizieren als bisher.

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