Lebensversicherung
Kredite motzen Rendite auf

Für die Versicherten ist die Kündigung ihrer Lebensversicherung häufig ein schlechtes Geschäft. Doch es gibt eine Alternative, die den Schaden senkt: Geschlossene Fonds für gebrauchte Lebensversicherungen. Diese können für Anleger ein lukratives Investment sein – wenn sie Geduld mitbringen.

DÜSSELDORF. Arbeitslosigkeit, Scheidung, der Totalschaden des beruflich dringend benötigten Autos – es sind vor allem persönliche Schicksalsschläge, die Menschen dazu bewegen, ihre eigentlich als Altersvorsorge gedachte Kapitallebensversicherung vorzeitig zu kündigen. Der Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL), in dem die Anbieter von geschlossenen Lebensversicherungs-Fonds (LV-Fonds) organisiert sind, rechnet vor, dass jeder zweite der aktuell 97 Millionen Verträge in Deutschland vorzeitig gekündigt wird. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft beziffert die Auszahlungen für vorzeitig gekündigte Verträge durch Versicherer im Jahr 2005 auf 11,5 Mrd. Euro.

Für die Versicherten ist die Kündigung häufig ein schlechtes Geschäft. Stornogebühren, bereits gezahlte Provisionen und verfallende Schlussgewinnanteile schmälern die Rendite der vorzeitig gekündigten Lebensversicherung.

Doch es gibt eine Alternative, die den Schaden des Versicherten senkt und aus der gebrauchten Police noch ein attraktives Anlageprodukt macht: Die Police wird verkauft. Der Aufkäufer zahlt die Prämie weiter, so dass keine Stornogebühren anfallen und der Schlussgewinnanteil erhalten bleibt. Der Versicherte bekomme vom Policenkäufer etwa sieben Prozent, in besonderen Fällen sogar 15 Prozent mehr als vom Versicherer, berichtet der BVZL.

Für Privatanleger wird daraus ein Geschäft, weil Policenaufkäufer wie Cash Life Policen zu Portfolios bündeln und an geschlossene Fonds weiterverkaufen. Thomas Wilhelm, bei Cash Life für das operative Geschäft zuständig, beziffert die Renditespanne der Policen auf drei bis zehn Prozent. Weil es Fondsanbietern nicht gelingt, nur Policen mit Spitzenrenditen zu erwerben, tunen sie die Renditen mit Krediten. Und das nicht zu knapp. In der mehrmonatigen Investitionsphase finanzieren Chorus und König & Cie. die Policenkäufe zu gut 70 Prozent mit Fremdkapital, MPC sogar mit 77 Prozent. Weil hinterher Prämien üblicherweise auch noch mit Bankgeld bezahlt werden, steigen Fremdkapitalquoten in den Fonds schon mal auf 85 Prozent. Die Kreditzinsen werden mit etwa fünf Prozent kalkuliert.

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