MSCI Emerging Markets
Fixstern für die Schwellenländer

BRIC, diese Abkürzung steht für Brasilien, Russland, Indien und China. Die aufstrebenden Märkte werden für Investoren immer interessanter. Maß für die Entwicklung der dortigen Börsen ist der so genannte MSCI Emerging Markets – an dem sich allein in Deutschland 57 aktiv gemanagte Aktienfonds mit einem Gesamtvolumen von knapp 38 Mrd. Euro orientieren.

FRANKFURT. Wenn man über Aktien aus Schwellenländern spricht, kommt man am MSCI Emerging Markets nicht vorbei. Der Index ist die unumstrittene Benchmark für Fonds und Zertifikate, die Anlegern einen Zugang zu den aufstrebenden Volkswirtschaften bieten.

Allein in Deutschland orientieren sich nach Angaben des Bad Homburger Datenanbieters Feri Rating & Research 57 aktiv gemanagte Aktienfonds mit einem Gesamtvolumen von knapp 38 Mrd. Euro an dem umfassenden Schwellenländerindex. Da nicht alle Fonds ihre Benchmark angeben, ist die tatsächliche Zahl wahrscheinlich noch höher. Hinzu kommen laut Feri drei Indexfonds (ETFs), die die Wertentwicklung des MSCI Emerging Markets widerspiegeln und in kurzer Zeit bereits drei Mrd. Euro eingesammelt haben.

In den vergangenen Jahren hat der MSCI Emerging Markets Anlegern und Fondsmanagern, die sich an ihm orientieren, viel Freude bereitet. Zwar liegt der Index in diesem Jahr wegen der hohen Unsicherheit am Markt, die auch die Schwellenländer trifft, rund 16 Prozent im Minus.

Auf längere Sicht zeigt er aber eine beeindruckende Entwicklung: Im Schnitt legte der Index in den vergangenen fünf Jahren jeweils rund ein Viertel zu. Zum Vergleich: Der Welt-Index von MSCI schaffte gerade einmal ein Plus von gut neun Prozent.

Die Rally in den Schwellenländern kann nicht überraschen: „Die Emerging Markets profitieren ganz stark von der Globalisierung des Welthandels und der Hausse bei den Rohstoffpreisen“, sagt Janis Hübner, Volkswirt bei der Dekabank. Daneben gibt es nach Ansicht des Schwellenländer-Experten aber noch einen weiteren wichtigen Faktor, der die Börsenentwicklung erklärt: „In vielen Ländern haben sich die Kapitalmärkte in den letzten Jahren erst entwickelt. Deswegen ist der Zufluss in die Regionen sowohl aus dem Ausland als auch von lokalen Anlegern jetzt rasant gewachsen.“

Wirklich transparent sind die Schwellenländerbörsen für Investoren aber nach wie vor nicht. Abgesehen von den großen Konzernen sind Informationen zu den dortigen Unternehmen schwer zu bekommen. Umso größer ist die Bedeutung von repräsentativen Indizes, die die einzelnen Länder oder – wie der MSCI Emerging Markets – die Region als Ganzes gut abbilden.

Gleichwohl ist der breite Schwellenländerindex selbst schwer zu durchschauen. Und das Wissen über seine Struktur und die Zusammensetzung ist bei vielen Anlegern gering. Das liegt vor allem daran, dass das Barometer im Vergleich zu fokussierten Indizes wie etwa dem deutschen Dax oder dem amerikanischen Dow Jones, die jeweils rund 30 Werte umfassen, sehr breit gefächert ist. In die Berechnung des MSCI Emerging Markets fließen die Aktienkurse von mehr als 700 Unternehmen aus 25 Ländern ein. Entsprechend gering ist der Anteil der einzelnen Titel, der sich nach der Marktkapitalisierung bemisst. Lediglich ein Dutzend Werte kommt auf ein Index-Gewicht von mehr als einem Prozent. Selbst auf das absolute Schwergewicht, den russischen Energiekonzern Gazprom, entfällt gerade einmal ein Anteil von 3,75 Prozent.

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